Marcel Seniw
27. November 2015

Punkte müssen her

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04

Hat in der Winterpause alle Hände voll zu tun: der neue 96-Geschäftsführer Martin Bader

Und wieder keine Punkte. Nicht, dass man hier in Hannover mit einem Auswärtserfolg in Mönchengladbach gerechnet hätte, doch so langsam, aber sicher wird es Zeit, mal etwas Zählbares mitzunehmen. Gerade aus so engen Spielen gegen Spitzenteams, denn diese Punkte könnten, wie man so sagt, nach hinten raus noch ganz schön wichtig werden. Vergangenen Samstag war Borussia Mönchengladbach das spielerisch eindeutig bessere Team, doch phasenweise kam einem als Betrachter dann doch der Gedanke, dass hier vielleicht was drin sein könnte, selbst wenn Hannovers Ex-Kapitän Lars Stindl auf Seiten der Gladbacher das Spiel hätte schon früher entscheiden können.

Sechs-Punkte-Spiel gegen den FCI

Als nächstes kommt es für unser Team aus Hannover zum Duell mit dem FC Ingolstadt in der heimischen HDI-Arena. Ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Gegen den Aufsteiger, der sich bislang als ziemlich stabil in der Defensive gezeigt hat und in der letzten Woche gegen Darmstadt anscheinend auch noch das Toreschießen für sich entdeckt hat, denn Ingolstadt siegte mit 3:1. Gegen das Darmstadt, gegen das Hannover in der Liga und im Pokal nicht über ein Unentschieden und eine Niederlage hinauskam. Aber der Fußball hängt oftmals auch von der Tagesform ab. Jedenfalls sollte Hannover 96 in dieser Partie unbedingt punkten, um auch einen möglichen Abstiegskampf-Konkurrenten nicht zu weit ziehen zu lassen in der Tabelle.

Israeli-Knipser für 96?

Ansonsten scheint sich bei den Roten mit dem neuen Geschäftsführer Martin Bader viel im Hintergrund abzuspielen. Hieß es letzte Woche noch, dass im Winter drei neue Spieler kommen sollen, so wurde diese Zahl nun auf vier hochgeschraubt. Ein Linksverteidiger, ein zentraler Mittelfeldspieler, ein Spieler für die Außenbahn und ein neuer Stürmer sollen es sein, weshalb derzeit viele Namen in Hannover gehandelt werden. Josip Drmic von Borussia Mönchengladbach scheint immer unwahrscheinlicher für das Sturmzentrum, weshalb nun Eran Zahavi von Maccabi Tel Aviv als Name in den Raum geworfen wurde. Der Israeli hat in 20 Saisonspielen in der israelischen Liga bereits 17 Tore erzielt und scheint zum neuen Top-Transfergerücht zu werden. Ob ein Spieler aus der israelischen Liga aber eine sofortige Verstärkung darstellen kann, darf jedoch angezweifelt werden.

Angsthasen-Fußball liegt in der Luft

Der morgige Gegner FC Ingolstadt hat derweil in 13 Spielen bislang erst zehn Tore erzielt, allerdings auch erst zehn Gegentore hinnehmen müssen. Besonders auswärts scheinen die Bayern gern zu spielen, wenn sie das Spiel nicht selber aufziehen müssen und aus ihrer geordneten Defensive heraus agieren können. Hannover 96 steht zwar keioneswegs für fein vorgetragenen Angriffsfußball, dennoch könnte die 96er-Spielweise dem FCI zu Gute kommen. Wenn 96 nämlich irgendwann im Verlauf der Partie die Mauertaktik des Angsthasen-Fußballs aufgibt, Morgenluft wittert und mit der gesamten Mannschaft das Spielgeschehen in des Gegners Hälfte verlagert. Genau in solchen Situationen könnten die Ingolstädter gefährlich werden. Wir können uns wohl auf eine spannende Begegnung einstellen, die spielerisch keine Offenbarung darstellen wird. Vielleicht bekommt man morgen in Hannover ja sogar einen kleinen Vorgeschmack auf Zweitliga-Fußball, was nicht unbedingt am Aufsteiger aus Bayern liegen muss. Hannover wird sich dennoch irgendwie zu Punkten mogeln. Ich rechne eher mit einem 1:1, obwohl gegen Ingolstadt eigentlich mehr drin sein müsste für 96. Punkte müssen her.

Samstag, 29. November 2015, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FC Ingolstadt

(Foto: Dr. Koto/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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