Jörg Smotlacha
11. Dezember 2015

Letzte Ausfahrt Hoffenheim

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim

Ihm droht zu Weihnachten ein Abstiegsplatz: 96-Coach Michael Frontzeck

Die Hinrunde neigt sich dem Ende entgegen und man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass Hannover 96 morgen im Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim dringend punkten muss, wenn das Team nicht auf einem Abstiegsplatz überwintern möchte. 17 Punkte wolle man holen, so schworen die Verantwortlichen und allen voran 96-Präsident Martin Kind die Mannschaft nach den verkorksten Saisonstart immer wieder ein. 14 Punkte sind es bisher geworden. Zu wenig, um damit in ruhige Fahrwasser zu gelangen. Da der Gegner in einer Woche zum Abschluss der Hinrunde Bayern München heißt, besteht also morgen in Sinsheim die letzte Chance, auf 17 Punkte zu kommen. Ein Sieg muss her.

Spielerische Armut

Und irgendwie drängt sich inzwischen der Eindruck auf, dass die Roten in dieser Saison lediglich an guten Tagen Bundesliga-Niveau haben. Zwei durchaus auch spielerisch vernünftigen Auftritten beim 1:2 in Mönchengladbach und dem überraschenden 4:0 gegen den zuvor so starken Aufsteiger FC Ingolstadt folgte jedenfalls wieder eine eher indiskutable Leistung beim durchaus schlagbaren FC Schalke 04. Immerhin bleibt festzuhalten, dass die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck in der ersten Saisonhälfte trotz spielerischer Armut durchaus in der Lage war, manch ein Spiel zu „lesen“ und im richtigen Moment ein paar glückliche Punkte zu ergattern, so geschehen beim 1. FC Köln oder beim Hamburger SV. Nicht die schlechteste Voraussetzung im Abstiegskampf.

Verstärkung in der Winterpause?

Spielerisch aber, und das wurde über weite Strecken der gesamten Hinrunde deutlich, ist Hannover 96 zurzeit arg limitiert und möglicherweise auch gegenüber der Konkurrenz aus Hoffenheim, Stuttgart, Augsburg oder Frankfurt im Nachteil. Daher ist es nicht nur verständlich, sondern auch dringend notwendig, dass die sportliche Leitung in der Winterpause etwas tun möchte und nach neuen Spielern Ausschau hält. Spielernamen wie Stefan Kießling, Branimir Hrgota und zuletzt gar Kevin Großkreutz machten die Runde, gestandene Bundesliga-Profis eben, die sofort weiterhelfen könnten. Und klar, auch ein Trainerwechsel ist nicht ausgeschlossen, zu dürftig waren die Leistungen unter Frontzecks Regie. Wenn dann noch der Name Lucien Favre fällt, ist zumindest eine unterhaltsame Diskussion in der Winterpause garantiert.

Verstärkung in der Winterpause?

Und morgen? Beim Spiel in Hoffenheim fehlen Hannover 96 immerhin einige wichtige Spieler, denn Artur Sobiech, Uffe Bech, Felix Klaus und Hiroshi Kyotake gehören verletzungsbedingt nicht zum Kader. Zwar steht die TSG nach wie vor auf dem letzten Platz der Bundesliga-Tabelle, doch zeigte sie sich zuletzt unter ihrem neuen Trainer Huub Stevens etwas stabilisiert. Und dennoch: In Hoffenheim sollte Hannover 96 punkten können, ein Spiel auf Augenhöhe ist zu erwarten. Stevens kann Abstiegskampf, Hannover 96 manchmal aber auch. Ein 1:1 wäre ein logisches Ergebnis, auch wenn es keinem entscheidend weiterhelfen würde. Aber dann ist ja bald Winterpause und es darf geträumt werden…

Samstag, 12. Dezember 2015, 15.30 Uhr:
1899 Hoffenheim – Hannover 96

(Foto: Thomas Rodenbücher/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 2.0)

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Kategorien: Sports

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