Jörg Smotlacha
5. Februar 2016

Langsam geht das Licht aus

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05

Bye, bye Marcelo: der brasilianische Abwehrchef von Hannover 96 sucht sein Glück fortan in Istanbul

Noch 15 Spiele. Noch 15 mal Bundesliga-Fußball. Und dann könnte es für Hannover 96 Gewissheit geben, dass es das war mit Bundesliga-Fußball. In der Winterpause wurde mit Thomas Schaaf ein äußerst kompetenter Trainer für eine äußerst inkompetente – anders ausgedrückt nicht bundesligataugliche – Mannschaft verpflichtet. Machen wir uns nichts vor: Hannover 96 war 2015 mit Abstand das schwächste Team dieser Liga.

Substanz verloren

Doch wie konnte es soweit kommen? Die Erklärung ist nicht einfach, doch ganz offensichtlich wurden von Szabolcs Huszti über Mame Diouf und Didier Ya Konan bis zu Lars Sindl in den letzten zwei, drei Jahren zuviele Leistungsträger abgegeben, vor allem in der Offensive. Dafür kamen No-Names, die sich nicht mit dem Verein identifizierten. Höhepunkt der Winterpause war die Posse um Abwehrspieler Marcelo.

Milosevic statt Marcelo

Marcelo, unumstrittener Abwehrchef, sah plötzlich die Chance, sich zu verbessern, indem er nach Istanbul zu Champions League-Aspirant Besiktas wechselte, und verließ das sinkende Schiff Hannover. Dafür bekam Hannover 96 ein Geschenk aus der Türkei – einen Spieler namens Alexander Milosevic, der nun plötztlich Stammspieler in der Innenverteidigung werden soll und den man laut Pressemitteilung immer schon haben wollte. Seine Statistik verspricht 4 Einsätze in der laufenden Spielzeit, in denen der sympathische Schwede 2 rote Karten bekam. Hey, das ist als Fan wirklich schwer zu verkraften. Marcelo nun aber den Schwarzen Peter zuzuschieben, ginge zu weit: Andere Verantwortungsträger wie Schulz, Andreasen, Sané oder Schmiedebach sind nun gefordert und müssen zeigen, ob sie die Klasse halten können.

Die Skepsis überwiegt

Morgen gibt es ein weiteres Bundesliga-Spiel. Der Gegner ist Mainz 05. So schwierig, wie schlagbar. Aber Vorsicht: Die Mainzer haben eine Lauf, besiegten zuletzt immerhin Borussia Mönchengladbach und machen sich mit ihrem Trainer Martin Schmidt längst auf in Richtung Europapokal-Ränge – aufgrund nachhaltiger Arbeit. Weil Hannover die Zeit zu selbiger fehlt, habe ich heute keinen optimistischen Tipp: 96 verliert 1:2 und die Lichter gehen langsam aus in Hannover.

Samstag, 6. Februar 2016, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FSV Mainz 05

(Foto: nikontino/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 2.0)

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Kategorien: Sports

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