Susanne Haupt
14. Februar 2016

Mit einem Mopp nach oben

Heute im Lindener Apollo-Kino: die oscarnominierte Tragikomödie “Joy – Alles außer gewöhnlich”

Hat ein neues Leben gefunden: Joy Mangano (Jennifer Lawrence), Filmposter

Die Vorstellung des sogenannten amerikanischen Traumes hält sich bis heute. Es ist der Traum, einfach aus dem Nichts zu kommen und den Weg zu Ruhm und Reichtum zu finden – vom Tellerwäscher zum Millionär. Und immer wieder begegnen uns Biographien von Menschen, die eben jenen Weg gefunden haben wollen und die Wahrhaftigkeit des Traumes weiter manifestieren. So auch die Geschichte der amerikanischen Business-Frau Joy Mangano (Jennifer Lawrence), die 2015 als “Joy – Alles außer gewöhnlich” verfilmt worden ist. 1956 geboren, stammt Mangano aus eher einfachen Verhältnissen. Sie heiratet früh, trennt sich nach einigen Jahren von ihrem Mann Tony (Édgar Ramírez), doch der steht nach einem kurzen Intermezzo mit einer anderen Frau plötzlich wieder hilfesuchend vor ihrer Tür. Und so wohnt sie fortan mit ihrem Ex-Mann und ihren beiden Kindern bei ihrer Mutter und Großmutter. Ihre Eltern haben sich getrennt, aber die Kämpfe mit Vater Rudy Mangano (Robert De Niro) haben trotzdem nicht aufgehört. Joy scheint gefangen zu sein. Gefangen in einem Leben mit zu vielen Krisen und Katastrophen, mit zu wenig Geld und Perspektiven. Erst durch eine ganz alltägliche Situation bekommt sie die Schlüssel-Idee zu ihrem “Miracle Mop”, einem Wischmopp, der ihr späteres Haushaltsgeräte-Imperium begründen wird. Auf diesem Weg immer an ihrer Seite ist der Home-Shopping-Produzent Neil Walker (Bradley Cooper)…

Es ist bereits das dritte Mal, dass Regisseur David O. Russel mit Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence zusammenarbeitet. Mit “Silver Linings” und “American Hustle” feierte das Duo große Erfolge und Lawrence wurde für ihre Hauptrolle in “Silver Linings” sogar mit dem Oscar ausgezeichnet. Mit “Joy – Alles außer gewöhnlich” soll diese Erfolgsgeschichte fortgeführt werden. Auch Bradley Cooper, ein enger Freund und Schauspielkollege von Lawrence ist wieder dabei – und gerade diese beiden ergänzen sich auf der Leinwand immer erstaunlich gut. Dennoch, und auch aller Oscar-Nominierungen zum Trotz – sind die Stimmen zur Tragikomödie “Joy – Alles außer gewöhnlich” geteilt. Manch einer empfindet den Film als zu bemüht oder wenig zielführend und einige vermissen obendrein die ansonsten ganz eigene und Emotionen transportierende Mimik der Hauptdarstellerin. Trotzdem gibt es auch positive Kritiken und die Regie-Arbeit von Russel funktioniert immerhin recht gut. Die humorvollen Momente bleiben nicht auf der Strecke und auch, wenn die Figur der Joy durchaus hart erscheint, ist ihre Geschichte nicht minder beeindruckend und berührend.

Sonntag, 14. Februar 2016:
“Joy – Alles außer gewöhnlich”, Tragikomödie von David O. Russel, USA 2015, 124 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 20.15 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 7 Euro

  • weitere Vorstellung:
  • Montag, 15. Februar, 18 Uhr

(Foto: Filmplakat/Pressefoto)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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