Jörg Smotlacha
12. Februar 2016

Auf verlorenem Posten

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund

Letzter Hoffnungsträger: Mittelfeld-Akteur Hiroshi Kiyotake

Normalerweise stehen an dieser Stelle wohlmeinende, machmal auch skeptische Prognosen meines Kollegen Marcel Seniw oder mir für das nächste Spiel der Roten – immer voller Herzblut für unseren Lieblingsverein Hannover 96. Gerne dribblen wir uns dabei auch mal ins Abseits, denn das gibt der Titel unserer Kolumne vor. Immer aber sind wir grundoptimistisch. Und na klar, manchmal tippen wir auch gegen uns selbst – in der Hoffnung, dass ein böser, wenn auch realistischer Tipp dann ein anderes Ergebnis zeitigt, als das von uns vohergesagte. Auf, dass wir uns irren!

Wenig bundesligataugliche Spieler

Im Augenblick aber macht es uns unser Verein wirklich schwer, denn die Zeichen stehen bei Hannover 96 eindeutig auf Abstieg. Das Team um den momentan nicht bundesligatauglichen Kapitän Christian Schulz ist momentan insgesamt wenig bundesligatauglich. In Diskussionen mit Freundinnen und Freunden fallen einem außer Ron-Robert Zieler – der Zeit seines Lebens wohl auch keinen Elfmeter mehr halten wird, was immerhin ein Signal für eine Wende sein könnte – und Salif Sané schwerlich Spieler ein, die geeignet sein könnten, die Klasse zu halten. Außer vielleicht Hiroshi Kiyotake. Aber soll der Japaner – sicher ein guter Fußballer – jetzt als alleiniger Heilsbringer herhalten? Unwahrscheinlich, dass er das einhalten kann.

Chancenlos in Dortmund?

Nun könnte man einwenden, dass die Hoffnung zuletzt stirbt und dass noch 14 Spiele zu spielen sind. Aber da wäre ja genau das Problem. Denn das nächste Spiel findet in Dortmund statt, bei einer Mannschaft, die in Meisterschaft, Pokal und Europa League noch Chancen hat, konzentriert ist, und sich bestimmt nicht von einem verunsicherten Team wie Hannover 96 die Butter vom Brot nehmen lassen wird. Darum folgt mein Tipp an dieser Stelle schon vor dem letzten Absatz: Dortmund gewinnt kräfteschonend 3:0 – wie zuletzt Leverkusen. Hannover 96 hält gut mit. Mehr nicht.

Es wird höchste Zeit

Thomas Schaaf war noch gar nicht Thema dieser Kolumne. Aber er sollte es sein. Der Trainer ist bestimmt nicht schuld an der derzeitigen Misere, er ist ein ausgewiesener Fachmann. Nur: Man hätte sich Schaaf schon vor dieser Saison gewünscht, denn dann hätte der ehemalige Bremer Meister-Trainer auch die Möglichkeit gehabt, etwas aufzubauen. Nun steht er auf verlorenem Posten. Denn Ergebnisse sind alles. Und nach Heimniederlagen gegen Darmstadt und Mainz gehen auch dem besten Trainer ganz fix die Argumente aus. Wir reden jetzt nicht über die Raute oder das Spielsystem, sondern über das Glück, das zu erzwingen ist. Es wird höchste Zeit. Mal sehen. Ich glaube jedenfalls, Hannover 96 kann nur noch der Zufall helfen.

Samstag, 13. Februar 2016, 15.30 Uhr:
Borussia Dortmund – Hannover 96

(Foto: Daniel/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 2.0)

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Kategorien: Sports

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