Marcel Seniw
26. Februar 2016

Feierabend für Hugo

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart

Ein neuer Hoffnungsträger für die schwer gebeutelte Bundesliga-Mannschaft: 96-Talent Niklas Feierabend

„Ich will, dass diese Scheiße endlich aufhört. Die Situation ist schwierig. Ich kam her, um zu helfen. Und um das tun zu können, möchte ich spielen.“ Diese Worte sind vom 17. Februar dieses Jahres und stammen aus einem NP-Interview. Sie sind von Hugo Almeida. Doch nur vier Tage später, während des so wichtigen Heimspiels von Hannover 96 gegen den FC Augsburg, sorgte der portugiesische Stürmer mit einem saudämlichen Ellbogenschlag dafür, dass er in den nächsten drei Spielen weder der Mannschaft noch seinem Trainer helfen können wird. Bei 96 liegen die Nerven blank. Dass aber ausgerechnet ein so erfahrener Spieler wie der 31-jährige Almeida sich zu einer so unnötigen Tätlichkeit hinreißen lässt, ist schon bezeichnend. Schwere Beine, hängende Köpfe, keine Punkte: HSV!

Alles andere als Feinkost

Letzte Woche schloss ich diese Kolumne mit den Worten „Zeigt, dass Ihr Euch noch nicht abgeschrieben habt!“ Doch das Spiel gegen Augsburg warf vor allem im Angriffsspiel einmal mehr mehr Fragen auf als es sie beantwortete. Wie soll diese Truppe den drohenden Abstieg abwenden, wenn sie kaum bis gar keine Torgefahr ausstrahlt? Bis dahin hatte ich immerhin wenigstens noch auf Almeida gesetzt und gehofft, dass der den Ball einfach irgendwie in die Maschen drischt – aber nun hat er sich selbst ins Abseits gedroschen. Von Almeida brauchen wir nun also zunächst keine Tore mehr zu erwarten. Dafür kann der Portugiese ja vielleicht jetzt in Ruhe an seiner Fitness arbeiten und nach seiner Zwangspause zeigen, dass er sich eben noch nicht abgeschrieben hat und das machen, wofür er geholt wurde: Tore. Zu wünschen wäre es den Fans, die gerade alles andere als Feinkost vorgesetzt bekommen.

Feierabend!

Nein, ich schreibe 96 noch nicht ab, wenn ich Feierabend rufe. Ich freue mich sogar ernsthaft. Denn mit Feierabend ist der 18-jährige Niklas gemeint. Niklas Feierabend steht womöglich sogar vor seinem Bundesliga-Debüt. Ein 96-Eigengewächs auf dem Sprung – da muss der Verein erst auf dem letzten Platz der Tabelle landen, bevor das endlich einmal passiert. Doch da mit Hugo Almeida, Adam Szalai und auch Uffe Bech drei Offensive definitiv ausfallen werden, stehen die Chancen für Feierabends erstes Bundesliga-Spiel gar nicht so schlecht. Vielleicht kann es ja ein Jungspund richten, wenn die erfahrenen Kollegen es nicht geschissen bekommen.

Oder doch Feierabend?

Morgen heißt der nächste Gegner VfB Stuttgart, das derzeit beste Team der Rückrunde. Von 15 möglichen holten die Schwaben immerhin 13 Punkte. Und auch die langfristige Statistik spricht gegen 96: Der VFB verlor keines der letzten sechs Spiele gegen Hannover. Dazu kommt die Auswärtsschwäche von 96. Die letzten fünf Partien auf des Gegners Platz gingen verloren, bei den letzten drei Auftritten nicht ein einziger Treffer erzielt. Insgesamt ist Hannover seit vier Spielen torlos. Und zu guter Letzt noch eine trostlose Statistik: Keine Mannschaft, die nach 22 Spieltagen nur 14 Punkte vorwies, konnte die Klasse noch halten. Machen wir es daher kurz: Hannover 96 wird auch in Stuttgart keine Punkte einfahren. Vielleicht gelingt ein eigener Treffer, aber das wird das Höchste der Gefühle sein. Stuttgart wird Hannover 3:1 besiegen. „Ich will, dass diese Scheiße endlich aufhört – Feierabend!“

Samstag, 27. Februar 2016, 15.30 Uhr:
VfB Stuttgart – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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