Jörg Smotlacha
6. Mai 2016

Auf ein Wiedersehen!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim

Das letzte Mal im Dress von Hannover 96: Ron-Robert Zieler möchte erstklassig bleiben

Nur noch 180 Minuten und dann ist die Bundesliga für Fußball-Hannover erst einmal Geschichte. Keine Frage, dass es heute im Stadion beim letzten Heimspiel der Saison 2015/16 gegen 1899 Hoffenheim etwas wehmütig werden wird. Nicht nur, dass Hannover 96 nach 14 Jahren im Oberhaus des deutschen Fußballs in die Zweitklassigkeit gehen muss: Obendrein gilt es, zahlreiche namhafte Spieler zu verabschieden. Nationaltohüter Ron-Robert Zieler wird den Verein definitiv verlassen und nicht nur die Leistungsträger Hiroshy Kyotake, André Hoffmann, Salif Sané und Manuel Schmiedebach werden kaum zu halten sein. Zudem werden die Roten heute mit Trauerfloor auflaufen, um ihrem tragisch verunglückten Jung-Profi Niklas Feierabend zu gedenken.

Hannover steht hinter 96

Dass möglicherweise dennoch noch einmal ein versönliches Fußballfest ansteht, hat Hannover 96 seinem neuen Trainer Daniel Stendel zu verdanken. Die vier Spiele unter seiner Regie zählten allesamt zu den besten, die das Team in der abgelaufenen Spielzeit absolviert hat. Und so keimt schon wieder leise Hoffnung auf in Hannover. Dass auch die Fans in den letzten Spielen wieder voll hinter ihrer Mannschaft standen, ist ein gutes Zeichen, denn nach einer Horrorsaison, die ihren Höhepunkt im Fehlgriff mit Trainer Thomas Schaaf fand, der in elf Spielen nur drei Punkte holte, geht Hannover nun beinahe gut gelaunt in die Zweite Liga. Mannschaft und Fans sind versöhnt und Stendel hat in wenigen Wochen eine Art Aufbruchstimmung erzeugt.

Was muss passieren?

Und dennoch: Der momentane Aufschwung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Hannover vollkommen zu recht abgestiegen ist. Zu indiskutabel die Leistungen über weite Strecken der Saison, nicht bundesligatauglich der Kader und die Trainer (Frontzeck und Schaaf) und das Management mit haarsträubenden Fehleinschätzungen – so liest sich die Bilanz eines Niederganges. Daniel Stendel hat gezeigt, wie es weitergehen könnte: mit jungen hungrigen Spielern und einer motivierten Mannschaft, die nicht nur auf dem Papier zusammenhält. Dass nun erneut ein großer Umbruch bevorsteht mit vielen Spielerwechseln, erschwert die Situation, doch es gibt positive Anzeichen: Artur Sobiech und Kenan Karaman etwa haben signalisiert, dass sie 96 auch in Liga zwei die Treue halten werden. Wenn es gelingt, weitere Leistungsträger zu halten und eventuell auch Geld in die Hand genommen wird, um den einen oder anderen Ausnahmespieler wie zum Beispiel Kyotake zu halten, muss einem nicht Bange werden vor der Zweiten Liga.

Der Druck liegt auf Hoffenheim

Keine Frage: Hannover 96 gehört mit seinen Fans und seinem Umfeld in die Bundesliga. Es bleibt zu hoffen, dass der Abstieg schnell korrigiert werden kann. Vor dem letzten Heimspiel der Saison, das für die Roten im Zeichen des Abschiedes steht, liegt der Druck indes auf Gegner 1899 Hoffenheim, denn die Kraichgauer sind trotz ihrer 37 Punkte noch keineswegs vor dem Abstieg gerettet. Der Trend allerdings zeigt durchaus nach oben in Hoffenheim, denn wie in Hannover hat ein neuer unverbrauchter junger Trainer der Mannschaft deutlich Leben eingehaucht. Seit der erst 28-jährige Julian Nagelsmann das Ruder von Haudegen Huub Stevens übernommen hat, zeigt sich 1899 stark verbessert. Ein schweres Spiel also für die in diesem Jahr so heimschwachen 96er. Da die Stimmung in der HDI-Arena heute eine besondere sein wird und das Team unter Trainer Daniel Stendel zuletzt sogar Spitzenteams wie Mönchengladbach, Berlin und Schalke dominieren konnte, ist dennoch ein Sieg drin: 96 siegt zum Abschied 3:1. Bis bald, Ihr Roten!

Samstag, 7. Mai 2016:
Hannover 96 – 1899 Hoffenheim

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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