Jörg Smotlacha
25. Juni 2016

Das alles gab es nur in Hannover!

Zur Nacht der Museen 2016 zeigt das Kommunale Kino im Künstlerhaus einen bunten Reigen von Hannover-Filmen

Ein Höhepunkt der Protestkultur in den bewegten Sechziger Jahren: die Rote-Punkt-Aktion in Hannover 1969

Die Nacht der Mussen 2016 bietet natürlich viele Möglichkeiten: zum Beispiel, sich im Sprengel Museum Hannover in der Ausstellung „Die Geburt der Moderne“ noch einmal Werke von Max Beckmann, Lyonel Feininger, Paul Klee, Käthe Kollwitz, Edvard Munch oder Emil Nolde aus der Sammlung des Hauses anzuschauen. Oder im Museum Wilhelm Busch Rudy Hurzlmeirs Harry Rowohlt gewidmete Karikaturen ein letztes Mal zu sehen. Oder wiederum in der Ausstellung „100 Jahre Kestnergesellschaft“ auch ein Stück Stadtgeschichte zu erfahren.

Selbige hat heute aber Größeres vor, denn Hannover wird im Jahre 2016 775 Jahre alt. Und das strenggenommen morgen, denn am 26. Juni 1241 wurden der heutigen Landeshauptstadt die Stadtrechte verliehen, so ist es dokumentiert. Ein Grund für das Kommunale Kino Hannover, sich in diesem Jahr ebenfalls an der Nacht der Museen zu beteiligen und historische Hannover-Filme zu zeigen, die die bewegte Geschichte der Stadt gewissermaßen museal dokumentieren.

Zu sehen sind zum Beispiel der Film „Rote-Punkt-Aktion in Hannover 1969“ von Thomas Garzke, der zeigt, dass es im Kontext mit den Fahrpreiserhöhungen der üstra in dieser bewegten Zeit neben den 1968ern auch eine bürgerliche Protestkultur in Hannover gab. Oder aber „Mosaik einer Stadt“ von Herbert Seggelke, ein Kurzfilm über den Wiederaufbau in Hannover, der auch die Schwierigkeiten und Diskussionen in der hannoverschen Bevölkerung berücksichtigt.

„Elizabeth II“ von Horst Latzke wiederum zeigt die wichtigsten Stationen eines Besuches der englischen Königin aus dem Jahre 1965: ihre Fahrt durch die Innenstadt, der Empfang durch die Honoratioren im Schloss Hannover mit abschließendem Feuerwerk im Großen Garten von Herrenhausen. „Der Kriminalfall in Hannover – ein Fragment“ stammt aus dem Jahre 1924 und dokumentiert den Fall des gerade verhafteten Massenmörders Fritz Haarmann – ein Film, der erst 2006 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

„Die Stadt menschlicher machen“ schließlich sprudelt über vor Zeitgeist der 1970er-Jahre und präsentiert Urbanisierungsmodelle wie das Kröpcke-Center, den Raschplatz oder das Ihme-Zentrum, die städtebaulich als „letzter Schrei“ galten und das Bild einer weltoffenen Metropole abgeben sollten. 775 Jahre Hannover darf man mehr als einmal feiern. In jedem Fall aber lohnt sich dieser filmische Rückblick auf Besonderheiten und Eigentümlichkeiten unserer Stadt, denn ob Roter Punkt, Haarmann oder Ihme-Zentrum – das alles gab es nur in Hannover!

Samstag, 25. Juni 2016:
Nacht der Museen 2016, 775 Jahre Hannover, „Ein Abend der Hannover-Filme“, diverse Kurzfilme, 182 min., Kommunales Kino im Künstlerhaus, Sophienstr. 2, 30159 Hannover, Beginn: 20.15 Uhr, Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt: 4,50 Euro

(Foto: Pressefoto/Filmstill/Kommunales Kino im Künstlerhaus)

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Kategorien: Film, Lokales, Tagestipps

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