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So viel Neues für den ersten Heimsieg

Abseits: Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth

Alles für den Aufstieg: Auch die Mannschaftskabine von Hannover 96 erstrahlt nun in einem neuen Look

Was für ein gelungener Saisonauftakt! Hannover 96 gewann sein erstes Auswärtsspiel in der Zweiten Fußball-Bundesliga nach 14 Jahren deutlich mit 4:0 beim 1. FC Kaiserslutern. Doch trotz der Höhe des Erfolges war da noch nicht alles Gold, was glänzte. Speziell in den ersten 15 bis 20 Spielminuten wirkte Hannover 96 ein wenig überrascht ob der Sturmläufe der griffigen Lauterer, was man an der zu diesem Zeitpunkt noch wackeligen Abwehr festmachen konnte. Philipp Tschauners starkem Reflex kurz nach Spielbeginn war es zu verdanken, dass 96 nach der hundertprozentigen Chance von Marcel Gaus nicht in Rückstand geriet. Und auch wenn die neue Saison gerade einmal 90 Minuten alt ist, könnte diese vereitelte Großchance für Hannover 96 einer der Schlüsselmomente der Spielzeit 2016/17 gewesen sein. Denn wäre Kaiserslautern in Führung gegangen, wer weiß, welche Gedanken sich in die Köpfe der Spieler eingeschlichen hätten. Doch es kam ja alles anders, der Sturmlauf der Lauterer wurde abgewendet, Neuzugang Sebastian Maier knipste noch vor der Pause zum 1:0 und der Favorit wurde – auch dem Kräfteverschleiß der stürmischen Lauterer Anfangsphase geschuldet – seiner Rolle von Minute zu Minute gerechter. Hannover 96 steht nun, dank der weiteren Treffer von Youngster Waldemar Anton und Doppelpacker Artur Sobiech, verdient an der Spitze der neuen Zweitliga-Tabelle.

Schick gemacht zum Neuanfang

Mit dem morgigen ersten Heimspiel gehen für den Verein und die Fans einige Änderungen einher. Neben den früheren Anstoß-Zeiten hat sich auch die Einlass-Situation verändert. Ab sofort erhalten Fans erst eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff Zutritt zum Stadion, nur montags bleibt es wie gewohnt beim Einlass zwei Stunden vor Anpfiff. Zudem soll im Regelfall der Eingang Südost nicht mehr geöffnet werden und die Einlass-Kontrollen werden intensiver ausfallen, um die Sicherheit der Zuschauer zu garantieren. Zudem hat sich etwas am Look im Stadion geändert. Fans aus der Ultra-Szene haben in Eigenregie die Säulen hinter und unter der Nordkurve in den Vereinsfarben schwarz, weiß, grün gestrichen und sogar die anfallenden Kosten komplett selbst übernommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auch die Kabine der Roten hat einen neuen Anstrich bekommen, selbstverständlich ebenfalls in den Vereinsfarben und mit dem Motto „Niemals allein“ versehen. Außerdem gibt es Neues auf die Ohren. Zum Einlauf der Spieler wird nicht mehr die Vereinshymne „96 – Alte Liebe“ zu hören sein. Sie wurde von der Regie etwas vorgezogen, und wenn die Spieler aus dem Spielertunnel kommen, wird ab sofort Green Days „Know Your Enemy“ gespielt. Und auch in Sachen Tor-Musik wurde rockig nachgezogen. Coldplays „Viva La Vida“ weicht „Nellie The Elephant“ von den Toy Dolls.

Der Gegner aus Fürth ist ebenfalls mit drei Punkten in die Spielzeit gestartet

Der Gegner am Sonntag ist die SpVgg Greuther Fürth. Die Fürther kennt man in Hannover noch aus besseren Erstliga-Tagen, als man sich im Oberhaus duellierte. Damals spielte Edgar Prib noch im Dress der Spielvereinigung. Auch Niclas Füllkrug hat eine Fürther Vergangenheit, doch dürfte der neue 96-Stürmer nicht unbedingt mit Applaus von den Gästefans empfangen werden, schloss er sich nach seiner Leihe in Fürth doch dem Erzrivalen vom 1.FC Nürnberg an. Die Kleeblätter konnten vergangene Woche gegen den TSV 1860 München den ersten Dreier der Saison durch einen 1:0-Heimsieg einfahren und werden versuchen, den Schwung vom ersten Spieltag mit zum Aufstiegsfavoriten aus Hannover zu nehmen. Um aber in Hannover etwas Zählbares zu holen, müsste Fürth im Abschluss eine Schippe oben drauf legen – gegen die harmlosen Münchner Löwen hätte die Spielvereinigung ein durchaus höheres Ergebnis erzielen können. Umso wichtiger also für Hannover 96, dass der unter der Woche angeschlagene und zu allem Überfluss nun auch noch vom finanzstarken VfL Wolfsburg umworbene Abwehrchef Salif Sané am Sonntag wieder fit auf dem Platz steht.

Sucht Fürth sein Glück in der Offensive?

Vorstellbar ist, dass die Fürther in der Anfangsphase ähnlich aggressiv agieren könnten, wie die „Roten Teufel“ letzte Woche auf dem Betzenberg, um schnell in Führung zu gehen und dann den Favoriten auskontern zu können. Doch das Spiel gegen Kaiserslautern zeigte auch, dass die kräfteraubende Anfangsoffensive des Gegners den letzlich cool bleibenden Hannoveranern später in die Karten spielte. Fürth dürfte jedenfalls gewarnt sein. Es muss natürlich nicht sein, dass Fürth sein Glück in der Offensive suchen wird, sondern die beeindruckende Vorstellung von Hannover 96 aus der Vorwoche könnte auch für eine defensivere Ausrichtung bei den Franken sorgen. An meinem Tipp ändert das jedoch nichts: Hannover 96 wird am zweiten Spieltag den Platz in der HDI-Arena siegreich verlassen und die SpVgg Greuther Fürth mit 3:0 besiegen. Damit verteidigt man nicht nur die Tabellenspitze, sondern kann sich auch gleich an die neue Tor-Musik gewöhnen.

Sonntag, 14. August 2016, 13.30 Uhr:
Hannover 96 – SpVgg Greuther Fürth

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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