Jörg Smotlacha
15. Februar 2009

Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein

Das Wilhelm-Busch-Museum zeigt erstmals über 350 Werke aus dem zeichnerischen Nachlass des Satirikers Friedrich Karl Waechter

“Adele zeigt ihren Brüsten die Männer”, Friedrich Karl Waechter 1984

„Adele zeigt ihren Brüsten die Männer“, Friedrich Karl Waechter 1984

Er galt als einer der größten deutschen Satiriker der Nachkriegszeit: Der Karikaturist, Cartoonist, Zeichner und Kinderbuchautor Friedrich Karl Waechter arbeitete unter anderem für die Satire-Zeitschriften Pardon und Titanic und das Zeit-Magazin, außerdem schrieb er Cartoon-Bände und Kinderbücher und verfasste beinahe siebzig Theaterstücke. In den 1960er-Jahren gehörte er mit Künstlern wie Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Bernd Eilert, Chlodwig Poth, F.W. Bernstein, Peter Knorr und Hans Traxler zu der legendären Neuen Frankfurter Schule. Mit seinen frühen Arbeiten für unterschiedliche Satiremagazine wurde Waechter schnell bundesweit bekannt, denn er jonglierte souverän zwischen Nonsens und Komik, absurdem Witz und subtiler Ironie – und erinnerte stark an den Altmeister der Karikatur, Wilhelm Busch. Vor allem aber trug er entscheidend dazu bei, die Bedeutung von satirischer Kunst im nationalen und internationalen Kunstbetrieb zu erhöhen. 2005 starb Friedrich Karl Waechter in Frankfurt, wo er bis zuletzt lebte und arbeitete.

Ab heute zeigt das hannoversche Wilhelm-Busch-Museum in seiner neuen Ausstellung erstmals eine Auswahl von 350 Arbeiten, die es im Herbst 2008 aus Waechters zeichnerischem Nachlass erwarb. Darunter befinden sich prominente Blätter aus den Cartoon-Bänden „Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“, „Glückliche Stunde“, „Männer auf verlorenem Posten“ und „Mich wundert, dass ich fröhlich bin“ sowie Arbeiten aus der Titanic. Ebenfalls zu sehen sind Zeichnungen aus Waechters Kinderbüchern wie „Der Anti-Struwwelpeter“ oder „Der rote Wolf“ und Zeichnungen aus seinen poetisch-literarischen Bilderbüchern wie „Prinz Hamlet“ oder „Die Schöpfung“. Sehenswert.

Sonntag, 15. Februar 2009:
„Friedrich Karl Waechter. Zeichenkunst – Der Nachlass im Wilhelm-Busch-Museum Hannover“, Ausstellung, Wilhelm-Busch-Museum Hannover, Georgengarten, 30167 Hannover, Eintritt: 4,50 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Mai
  • Öffnungszeiten: Di bis So 11-18 Uhr

(Foto: Wilhelm-Busch-Museum)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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