Marcel Seniw
22. Oktober 2016

Platz zwei im Blick

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg

Morgen erstmals in der Zweiten Liga in der Startelf: Samuel Sahin-Radlinger

Letzte Woche gab es für Hannover 96 die zweite Saison-Niederlage. Bei den Eisernen von Union Berlin gab es in deren Festung nichts zu holen. Seit einem Jahr sind die Berliner nun schon ohne Heim-Niederlage, was aus Sicht von Hannover 96 zumindest den positiven Nebeneffekt inneträgt, dass auch die Aufstiegskonkurrenz noch in die Alte Försterei muss. Doch Obacht: Union Berlin steht nach dem Sieg gegen Hannover punktgleich mit den Roten in der Tabelle und greift nun selbst oben an. Mit einem Auswärtserfolg hätte 96 einen weiteren Konkurrenten auf Distanz halten können.

Stendel hatte kein gutes Händchen

Mit der Leistung in Berlin konnte Trainer Daniel Stendel nicht zufrieden sein. Und mit seinen Wechseln ebensowenig. Salif Sané zum Ende der Partie im offensiven Mittelfeldzentrum einzuwechseln, war leider nicht die gewinnbringende Idee und könnte schnell zum Auslaufmodell werden. Insgesamt wirkte das hannoversche Spiel ideenlos – und auch die kämpferische Attitüde ließ 96 lange Zeit vermissen: Hannover 96 bestritt zwar bisher mit 2011 Zweikämpfen die meisten in der Zweiten Fußball-Bundesliga, gewann davon jedoch lediglich 48,8 Prozent – diese Quote reicht gerade einmal für den 13. Platz. So verwundert es wenig, dass auch die beiden Gegentore vermeidbar waren. Wahr ist aber: Stendels Trainerkollege Jens Keller hatte an diesem Spieltag einfach das bessere Händchen: Keller ließ seinen Top-Torjäger Collin Quaner auf der Bank und wechselte den bulligen Stürmer erst im Laufe der zweiten Hälfte ein, doch der stellte die 96-Abwehr sofort zwei Mal bloß. Ein Tor und einen Assist von Quaner später war die Messe für Hannover gelesen und Quaner der Topscorer der 2. Liga. Nichtsdestotrotz gilt es nun aber, den Blick nach vorne zu richten und heute die wieder erstarkten Nürnberger in ihre Schranken zu weisen.

Unentschiedener geht es kaum

Beim Spiel 1. FC Nürnberg gegen Hannover 96 sehen wir heute die beiden gefährlichsten Teams nach Standard-Situationen aufeinandertreffen. Nürnberg gelangen bereits acht Tore nach ruhendem Ball, Hannover 96 gelangen derer sogar neun. Und bei Standards würde es am Sonntag wohl auf die großgewachsenen Spieler wie bei Hannover 96 zum Beispiel Sané oder Strandberg ankommen. Und auch in Sachen Fitness scheinen die Nürnberger den Roten in nichts nachzustehen: Hannover erzielte zehn der letzten zwölf Buden in der zweiten Halbzeit, die Clubberer gar neun der letzten zehn. Außerdem erzielten beide Teams bereits sechs Treffer in der Schlussviertelstunde – zusammen mit den Würzburger Kickers stellen beide Teams den Liga-Bestwert in dieser Statistik. Sechzehn Mal konnten beide Mannschaften sich im direkten Duell bisher als Sieger feiern können, bei 17 Unentschieden und jeweils 79 selbst erzielten Toren. Unentschiedener geht es kaum, doch wenn es einen Sieger gibt, kann sich wenigstens eine der beiden Mannschaften 16 Jahre nach dem letzten Duell in der 2. Liga den 17. Sieg auf ihre Fahne schreiben.

Erstarkter Club oder ein Zeichen von den Roten?

Der morgige Gegner aus Nürnberg hat nach einem verkorksten Saisonstart wieder in die Spur gefunden, wie zuletzt drei Siege in Serie bestätigen. Und die Statistik sagt Folgendes: Nürnberg schießt viele Tore (17), kassiert aber ebenso viele Gegentore (18). Die Siegesserie und die heimische Kulisse werden den Clubberern sicherlich eine breite Brust verleihen. Hannover hingegen muss nach der letzten Niederlage wieder auf Kurs kommen. Denn mit einem Sieg könnte Hannover 96 auf den zweiten Platz vorrücken – und wäre damit wieder voll im Soll. Den Platz kurz hinter der Sonne nicht mit anstürmen werden die ehemaligen Nürnberger Philipp Tschauner und Niclas Füllkrug, da sie verletzt ausfallen. Für Schlussmann Tschauner rückt Samuel Sahin-Radlinger in die Startelf, der ebenfalls eine Nürnberger Vergangenheit besitzt. Für Noah-Joel Sarenren-Bazee hingegen kommt ein Einsatz in Nürnberg noch zu früh. Der Youngster mit dem explosiven Antritt ist nach seiner Hüft-Operation immerhin unter der Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Egal wie: In Nürnberg sollte unbedingt mal wieder ein Sieg herausspringen, denn aktuell tummeln sich so viele Vereine im Dunstkreis der Aufstiegsränge, dass Hannover sich langsam oben festsetzen sollte. Und das könnte auch klappen, denn immerhin hat 96 vor der Saison ja ein wenig FC Bayern gespielt und seinem Konkurrenten mit Füllkrug den besten Stürmer weggekauft. Mein Tipp lautet daher: Hannover 96 gewinnt mit 2:1 bei den Franken. Schade eigentlich, dass nicht ausgerechnet Füllkrug am Sonntag einnetzen kann.

Sonntag, 23. Oktober 2016, 13.30 Uhr:
1.FC Nürnberg – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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