langeleine.de
18. April 2009

Sechs Fragen an die Beatpoeten

Ein schnell geschossenes und direkt beantwortetes Interview zum Auftritt der Elektro-Lyriker beim KULTURKIOSK von langeleine.de am 24. April

Die Beatpoeten

Auch wenn es nicht so aussieht: Diese beiden jungen Männer haben sich nicht nur auf der Bühne viel zu sagen

langeleine.de: Costa und Jan Egge, was macht Ihr eigentlich, wenn Ihr nicht mit den Beatpoeten unterwegs seid?

Costa: Ich studiere und bin der Synthie- und Mikromann der Maximal Gang.

Egge: Ich schreib‘ für die HAZ, mach Lesungen und mach seit bald fünf Jahren den Poetry Slam mit dem Genossen Henning Chadde.

ll: Wie seid Ihr zur Elektro-Lyrik gekommen?

Costa: Ich hab Egge ewig vollgelabert, dass er seine Texte mal vertonen sollte. Eines Abends habe ich ihn dann in der Destille abgefüllt und mit in meine WG geschleppt. Dort haben wir dann ausprobiert, meine Elektrosachen mit seinen Texten zu verbinden. Klang doof, wir waren aber angefixt. Seitdem haben wir es immer wieder probiert und irgendwann lief es dann rund.

Egge: Gott, hatte ich Kopfschmerzen. Aber seitdem tanzen die Leute zu Texten. Großartig, was der Kerl mit seinen Kisten an Tönen machen kann. Letzte Anmerkung: Elektro-Lyrik haben wir abgeschlossen. Ab jetzt heißt das Hölderlin-Ravin – und klingt auch so.

Nochmal Beatpoeten

Die Beatpoeten nach einem ihrer fulminanten Auftritte – völlig ausgelaugt

ll: Was war das schönste Bühnenerlebnis, das Ihr je hattet?

Costa: Für mich war das Frankfurt im August 2008. Ich kam direkt aus dem Island-Urlaub, wo ich wochenlang mit Campen, Wandern und Elfenzählen verbracht habe, in die große, stinkige Stadt. Kulturschock. Am Abend sind wir dann aber in einem Beduinenzelt direkt am Main vor 200 Leuten aufgetreten. Alle sind durchgedreht und haben getanzt. Da war ein Punk, der hätte Egge sofort geheiratet!

Egge: Der Berliner Varieté-Auftritt in der Scheinbar, als wir zwischen einem Stand-Up-Comedian und einem Clown mit Mülltonne am Arsch auftreten durften. Nein, ist Quatsch. Das war die Hölle. Aber, als vor zwei Jahren etwa hundert Leute plötzlich zu Gedichten und Landmaschinentechnik-Videos in der Silke tanzten, fand ich’s einfach nur schön.

ll: Was bedeutet Hannover für Euch?

Costa: Heimat. Im Sommer der schönste Platz der Welt. Im Winter der beste Antrieb.

Egge: Insel und Anlaufpunkt und ein großes Haus, dass mitunter Verrückte macht.

ll: Was können unsere Zuschauerinnen und Zuschauer beim Kulturkiosk von den Beatpoeten erwarten?

Costa: Wir bringen Brecht zum Raven!

Egge: Die Leute sollen nicht länger sitzen und zuhören, sondern durchdrehen. Ein etwas anderes Elektro-Konzert mit Tucholsky-Zitaten zur Bassdrum. Marcel Reich-Ranicki Auf LSD!

ll: Wo seht Ihr Euch in zehn Jahren?

Costa: Dort.

Egge: Vermutlich auf Costas Balkon. Oder hab ich die Frage jetzt falsch verstanden? Rock’n’Rave!

Nicht verpassen:

Am Freitag, dem 24. April, gastieren die Beatpoeten am KULTURKIOSK von langeleine.de, wo die Elektro-Lyriker mit ihrer Groove gewordenen und äußerst tanzbaren Version einer zeitgenössischen Slam Poetry 2.0 auftreten.

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Literatur, Menschen, Musik

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