Marcel Seniw
2. Februar 2017

Sportpark Ronhof Thomas Sommer!

Abseits. Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth

Sah auch als Trolli Arena irgendwie lustig aus, das Stadion der SpVgg Greuther Fürth

Ich weiß, eigentlich macht man keine Namenswitze, die sind voll lahm. Und dem stimme ich auch in Gänze zu, wenn es sich um Namen handelt, die Lebewesen tragen. Anders verhält sich das Ganze dann jedoch bei den Namen gewisser Stadien, was uns direkt zum morgigen Gegner von Hannover 96 bringt, der SpVgg Greuther Fürth. Die Fürther sind ja ein ganz netter Haufen Menschen, denn immerhin haben sie Felix Klaus und auch unseren Ricklinger Jung Niclas Füllkrug auf ihrem Weg zu 96 unterstützt. Zwar mögen sie den Niclas in Fürth nun nicht mehr ganz so gern, denn der war schließlich nach seinem Engagement in Fürth direkt ein Nürnberger geworden, aber Nürnberg ist Fürths Braunschweig und nicht unseres. Kommen wir also wieder zu den lustigen Namenswitzen zurück.

Fürther Namensgebungsdebilität

Ich weiß nicht, ob man in Fürth zu viel von dem damaligen Erstliga-Abschiedstee getrunken hat, der mittlerweile schlecht geworden sein muss, oder ob die Franken einfach einen Running Gag aus ihrem Stadionnamen machen wollen. Aber eins nach dem anderen. Der Sportpark Ronhof hat nämlich Historie. Am 11. September 1910 wurde er unter dem Namen „Sportpark am Ronhofer Weg gegenüber dem Zentralfriedhof“ eingeweiht und seitdem wurde ihm übel mitgespielt. Im Jahre 1983 drückte der Schuh in Fürth, was die finanzielle Kredibilität anging. Also dachte sich Horst Brandstätter, der mit Spielzeug viel Geld verdiente, er sichere sich die Namensrechte und schon bald nannte sich „Der Ronhof“ nun „Playmobil Stadion“. Ein Name wie ein Gedicht respektive ein Schmähgesang. Aber immerhin hat Playmobil Bezug zur Stadt, denn Zirndorf, der Hauptsitz von Playmobil, liegt im Landkreis Fürth. Um auch die Puristen anzusprechen, dachte sich die Firma Trolli dann wohl, ab 2010 übernehmen wir den Laden hier, immerhin stammen wir direkt aus Fürth und unsere Süßwaren sind doch wohl ideal zum Playmobil. Also hieß es nicht mehr „Lasst die Puppen tanzen“, sondern „Lasst sie uns vernaschen“.

Tradition trifft auf modernen Wirtschafts-Fußball

Die „Trolli Arena“ hatte dann 2014 ausgedient, Fan-Initiativen forderten den alten Namen „Sportpark Ronhof“ zurück, doch bis 2016 trug „Der Ronhof“ erst einmal nur noch den leblosen Namen „Stadion am Laubenweg“. Doch dann kam zum Glück Thomas Sommer, der Immobilien-Unternehmer. Der hat sich nämlich mal wieder um die Fans gekümmert und dem Stadion den nett gemeinten Namen „Sportpark Ronhof Thomas Sommer“ verpasst. Ganz im ernst: dann lieber „Playmobil Stadion“. Denn der aktuelle Name klingt so unfassbar falsch, dass man ihn sich mehrmals auf der Zunge zergehen lassen muss, um das Ausmaß seiner Inkorrektheit erst zu begreifen. Tradition trifft auf modernen Wirtschafts-Fußball. Als würden Uwe Seeler und Ralf Rangnick einen Stadionnamen gebären. Aber immerhin wieder einer aus dem Landkreis. Einer, der seinen Namen mit dem altehrwürdigen Namen eines Sportparks gleichsetzt, für dessen Namen die Fans gekämpft haben. Kam bestimmt gut an bei jenen. Und zwar so gut, da will man schon gar keine Namenswitze mehr machen.

Da war doch was?

Ach ja, das Spiel! Hannover 96 trifft am Freitagabend auswärts auf die SpVgg Greuther Fürth. Hoffentlich das nächste Spiel auf Hannovers Abschiedstournee aus der Zweiten Liga. Denn die Roten konnten dank des 1:0-Erfolges über den 1. FC Kaiserslautern am Montag die Tabellenspitze erobern und somit Peine-Ost hinter sich lassen. Eine Bürde sollte der erste Rang für 96 allerdings nicht darstellen und mit einem „Gegen-den-Ersten-erst-recht“ von Seiten der Fürther rechnet auch keiner, denn: An der Ausgangslage hat sich nichts verändert. Hannover 96 geht abermals als klarer Favorit in eine Partie, mit oder ohne Tabellenführung. Nun heißt es jedoch, den Ruhm des Spitzenreiters auch zu verteidigen. Gegen Kaiserslautern wurden wir wieder einmal Zeuge dessen, dass die Roten auch Spiele gewinnen können, in denen es im Zusammenspiel nicht wirklich rund läuft. Dank der individuellen Klasse von Uffe Bech und dem unbändigen Willen von Marvin Bakalorz konnte Hannover ein kampfbetontes Spiel aber am Ende dennoch für sich entscheiden. Auch die schlechten Spiele zu gewinnen, ist eine Qualität, die Spitzenteams auszeichnet.

Wieder ein Dreier?

Ich lege mich in dieser Kolumne früh fest und sage: Ja, 96 holt auch morgen drei Punkte. Dass die SpVgg Greuther Fürth letzte Woche gegen den TSV 1860 München und ihren gerade neu installierten Trainer unglücklich mit 1:2 verlor, wirft kein gutes Licht auf die Fürther. Immerhin: Die Fürther gelten als eine Mannschaft, die selbst gern das Spiel macht. Gegen die Löwen mussten sie kurz nach der Pause einen Platzverweis hinnehmen, konnten aber trotzdem gefährliche Konter über den eingewechselten Mathis Bolly fahren. Um Bolly kurz vorzustellen: Der Kerl ist so schnell wie Pierre-Emerick Aubameyang von Borussia Dortmund. Daher sollte 96 auf der Hut sein, denn Fürth verfügt über spielerische und individuelle Mittel. Und dennoch: Hannover 96 ist die vielleicht beste der 18 Zweitliga-Mannschaften. Der Kader ist breit, hält zusammen und will aufsteigen. Diese Truppe hat seit acht Spieltagen nicht mehr verloren und wird es jetzt, mit der Tabellenführung im Rücken, sicherlich nicht anfangen wollen. Mein Tipp: Die Roten lassen die Puppen tanzen und vernaschen die Fürther mit 3:1.

Freitag, 3. Februar 2017, 18.30 Uhr:
SpVgg Greuther Fürth – Hannover 96

(Foto: Franconia/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports, Unrat

Kommentiere diesen Artikel