Marcel Seniw
13. Februar 2017

Den roten Faden wiederfinden

Abseits. Hannover 96 vor dem Spieltag. Heute: das Heimspiel gegen den VfL Bochum

Ist dieser Kader aufstiegsreif? Hannover 96 möchte unbedingt zurück in die Erste Fußball-Bundesliga

Hannover 96 hat sich vergangene Woche ganz schön abschießen lassen. Die SpVgg Greuther Fürth bezwang Die Roten glatt mit 4:1. Es war ein komisches, intensives Spiel, wo man als Zuschauer manchmal dachte, man würde ein F-Jugend-Spiel schauen, da sich auf dem Platz teilweise Menschentrauben von acht bis zehn Spielern in direkter Ballnähe tummelten. Halt wie bei einem Spiel in den jüngsten Junioren-Ligen. Mit ihrer bissigen Gangart und flott vorgetragenen Kontern zogen die Fürther schließlich dem Favoriten aus Hannover den Zahn. Die Frage die sich stellt, lautet: War das nur ein Ausrutscher, oder hat die Mannschaft von Trainer Daniel Stendel derzeit noch Sand im Getriebe? Auch der 1:0-Sieg über Kaiserslautern zum Auftakt der Rückrunde war alles andere als überzeugend, weshalb es heute für die Roten gilt, ihren roten Faden wiederzufinden.

Enge Tabellen-Konstellation

Klar ist: Hannover 96 muss wieder in die Spur finden und das schon heute Abend gegen den VfL Bochum. Eine Punkteteilung oder eine Niederlage kann sich 96 aufgrund der Dichte an der Tabellenspitze nicht mehr erlauben. Mehr noch: Eine Serie von mindestens drei Siegen in Folge sollte schleunigst her, denn zwischen Hannover 96 auf Platz 3 und dem 1.FC Nürnberg auf Platz 8 liegen vor dem Montagabend-Spiel aktuell nur sechs Punkte. Und sogar Union Berlin ist derzeit punktgleich mit den Niedersachsen und der 1.FC Heidenheim scharrt drei Punkte hinter 96 und Union schon mit den Hufen. Mit einem Sieg könnten die Roten sich also wieder etwas Abstand zum Verfolgerfeld verschaffen, auf den zweiten Platze springen und Eintracht Braunschweig zwei Punkte abnehmen. Die Ausgangslage ist also klar.

Was ist mit dem besten Angriff der Liga los?

Die hannoversche Offensive wurde Woche für Woche von Kommentatoren und Experten als herausragend und zu gut für die Zweite Liga bezeichnet. Doch was in der Hinrunde zu stimmen vermochte, blieben die Roten im Jahr 2017 bislang noch schuldig. Zwei Tore in zwei Spielen wären okay gewesen, wenn hinten nicht nur einmal die Null gestanden hätte. Und Hannovers Topscorer Martin Harnik glänzte in den ersten beiden Ligaspielen des neuen Jahres bislang auch nur mit Unsichtbarkeit. Immerhin schien er im DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt sein Näschen wiedergefunden zu haben und brachte Hannover gegen den überraschend gut platzierten Erstligisten schließlich zwischenzeitlich mit 1:0 in Führung. Doch egal, ob Harnik, Sobiech, Karaman oder Füllkrug in der Spitze stehen: Ohne ihre Zuspieler hängen Stürmer gerne einmal in der Luft. Gegen Frankfurt sah man eigentlich ein gutes Spiel von Hannover, auch offensiv. Dennoch kann man Frankfurt nicht mit Bochum vergleichen. Ein Erstligist spielt gegen einen unterklassigen Gegner von Natur aus offensiver, als es heute Abend die Bochumer gegen die 96er spielen werden. Die Abteilung Attacke steht also unter besonderer Beobachtung. Sie muss die Ladehemmung ablegen, denn heute zählt nur ein Sieg.

Der VfL Bochum

Mit dem VfL Bochum kommt eine Mannschaft in die HDI-Arena, die auswärts so ihre Probleme hat. Die Bilanz: ein Sieg und drei Unentschieden bei sechs Niederlagen. Im Hinrundenspiel führten die Bochumer zwei Minuten lang gegen 96, bevor der Unglücksrabe vom Pokal-Abend gegen Frankfurt, Salif Sané, in der 74. Minute den Spielstand zum 2:2-Endstand egalisieren konnte. Die Punkteteilung wurde der Leistung beider Mannschaften seinerzeit gerecht, weshalb Hannover 96 den VfL trotz mieser Auswärtsbilanz auch heute unbedingt ernstnehmen muss. Gegen manche Gegener geht man halt an die Schmerzgrenze und darüber hinaus. Das hat man aus hannoverscher Sicht erst vor fünf Tagen gegen Frankfurt gesehen, als der Zweitligist dem Erstligisten Paroli bieten konnte.

Zeichen setzen

Beim heutigen Duell gegen den VfL Bochum wird interessant zu beobachten sein, wie sich die Roten nach zwei Niederlagen in Folge gegen die Ruhrpottler anstellen werden. Die Klatsche gegen Fürth war einem desolaten Auftritt geschuldet, das Pokalaus einem Aussetzer von Edgar Prib. All das gilt es nun abzustreifen und zwar am besten mit einem deutlichen Zeichen an die Konkurrenz. Ein klarer, von Beginn an ungefährdeter Sieg mit hoher Dominanz und gut aufgelegten Stürmern wäre ideal, um die Stimmung im Team hochzuhalten. Ein drittes Spiel ohne Sieg wäre zwar noch kein Beinbruch, aber würde wichtige Punkte kosten. Gerade jetzt, wo Eintracht Braunschweig sich in die Rückrunde stottert, gilt es, da zu sein und Zähler zu sammeln. Mit einem Sieg wäre 96 wieder auf Kurs, eine Punkteteilung oder gar eine Niederlage wären gleichbedeutend mit einem Fehlstart. Um diesen zu verhindern, gilt es schleunigst den roten Aufstiegs-Faden wiederzufinden. Und das geht am besten mit einem 3:1-Erfolg über die auswärtsschwachen Bochumer.

Montag, 13. Februar 2017, 20.15 Uhr:
Hannover 96 – VfL Bochum

(Foto: Hannover 96)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Sports

Kommentiere diesen Artikel