Jörg Smotlacha
3. März 2017

Wiedersehen mit dem Ex

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim Karlsruher SC

96 trifft seinen ehemaligen Europapokal-Coach: Seit Januar 2017 ist Mirko Slomka Trainer des Karlsruher SC

Der März hat begonnen und der Frühling naht mit großen Schritten in Hannover. Ob die Fußball-Mannschaft von Hannover 96 von dieser verhalten sonnigen Stimmung profitieren kann, wenn es nun ins letzte Drittel der Zweitliga-Saison 2016/17 geht, könnte schon morgen beantwortet werden, denn das kommende Auswärtsspiel beim Karlsuher SC darf mit Fug und Recht als Schlüsselspiel bezeichnet werden. Der Spielplan zumindest meint es zurzeit ganz gut mit den Roten, denn nach den Karlsruhern warten im März mit 1860 München und dem FC St. Pauli ausschließlich Mannschaften aus den unteren Tabellenregionen auf das Team von Daniel Stendel.

Unzufriedenheit im Umfeld

Es hatte viel Kritik gegeben zuletzt. Dabei liest sich die Bilanz von Hannover 96 auch im Jahr 2017 eigentlich wie die eines Aufstiegskandidaten: 3 Siegen und einem Unentschieden steht nur eine Niederlage gegenüber. Doch die Art und Weise der Ergebnisse und die spielerischen Darbietungen stießen bei Verantwortlichen, den Medien und den Fans nicht nur auf Gegenliebe. Zu wenig Dominanz ginge von Stendels Team aus, sagen die Kritiker. Die Abwehr sei wackelig und ein Konzept nicht zu erkennen. Dem ist zumindest zu entgegnen, dass Hannover 96 die Zweite Liga voll und ganz angenommen hat. In einem Teilnehmerfeld, in dem an einem guten Tag jeder jeden schlagen kann, zeigt Stendels junge Truppe den unbedingten Willen, sich am Ende durchzusetzen – notfalls auch mit knappen Siegen, von denen viele ja erst in der späten zweiten Halbzeit zustande kamen. Tabellenplatz zwei spricht jedenfalls noch immer für sich.

Wiedersehen mit Slomka

Wenn Hannover 96 morgen beim Karlsruher SC antritt, könnte der Aufstiegsrang allerdings in Gefahr geraten, denn Eintracht Braunschweig und vor allem Union Berlin lauern auf Ausrutscher der Roten und sind in Schlagweite. Dass der Gegner ein besonderer ist, liegt vor allem am Trainer, denn Mirko Slomka ist natürlich in Hannover unvergessen, führte er 96 doch in den goldenen Jahren 2011 und 2012 in den Europapokal. Lang ist es her und in Karlsruhe hat Slomka es derzeit nicht leicht. Nach einem 3:2 zum Auftakt seiner neuen Trainerstation gegen Arminia Bielefeld und einem 1:1 in Bochum gab es drei Niederlagen am Stück für die Baden-Württemberger, zuletzt ein peinliches 0:5 beim FC St. Pauli. Ob der frische Wind durch den Trainerwechsel in Karlsruhe also schon wieder verpufft ist, wird sich morgen zeigen, wenn Slomka auf seinen Ex-Verein aus Hannover trifft.

Viele offene Frage bei der Aufstellung

Klar ist, dass 96 seinen morgigen Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, denn der steht mit dem Rücken zur Wand und liegt momentan auf dem vorletzten Tabellenplatz. Wichtigste Frage ist, ob die Abwehr in Karlsruhe wackelfrei funktioniert, denn sie muss zum wiederholten Male umgestellt werden, weil Salif Sané beim Spiel gegen Bielefeld die fünfte gelbe Karte sah und gesperrt ist. Eine Innenverteidigung Anton/Hübner wäre jedenfalls Premiere in der nicht mehr ganz so jungen Saison. Weiter vorne stehen ebenfalls einige Fragezeichen: Noch ist offen, ob Stendel an dem zuletzt formschwachen Felix Klaus festhält oder eventuell sogar Sebastian Meier oder Noah-Joel Sarenren-Bazee von Beginn an auflaufen. Von Stendels glücklichem Händchen bei der Aufstellung wird jedenfalls einiges abhängen. Mein Tipp: Hannover 96 hat erneut zu kämpfen, doch die Qualität setzt sich am Ende durch und 96 fährt mit einem 3:1-Sieg nach Hause.

Samstag, 4. März 2017, 13 Uhr:
Karlsuher SC – Hannover 96

(Foto: Oleg Dubyna/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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