Jörg Smotlacha
3. April 2017

Der Showdown beginnt

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg

Voller Selbstvertrauen: 96-Stürmer Niclas Füllkrug bescherte seinem neuen Trainer André Breitenreiter einen guten Einstand

Keine Frage: Der Einstand des neuen 96-Trainers André Breitenreiter darf als geglückt gelten. Ein ausverkauftes Stadion, bestes Sommerwetter, gutgelaunte Fans und ein am Ende sicherer 2:0-Sieg gegen den bisherigen Spitzenreiter Union Berlin – Breitenreiter hatte alles richtig gemacht. Der Trainer, der nur “an ein paar Stellschrauben drehen” wollte, hatte wohl vor allem ein paar zuletzt schwächelnde Spieler stark geredet. Oliver Sorg und Miiko Albonorz beispielsweise, eigentlich als Stammspieler vorgesehen, aber unter Breitenreiter-Vorgänger Daniel Stendel dauerkriselnd, spielten wie selbstverständlich auf den Außenverteidiger-Positionen. Salif Sané, im bisherigen Verlaufe der Saison mal in der Innenverteidigung, mal auf der Bank und mal im Mittelpunkt aufgeboten, ist nun der neue Abwehrchef. Allen voran aber ging Stürmer Niclas Fülkrug, der mit 96-Lebensversicherung Martin Harnik die neue Doppel-Sturmspitze bildete, durfte sich als Matchwinner fühlen: Er erzielte das 1:0 und war am 2:0 mindestens indirekt beteiligt.

Spannender Endspurt

Doch wie sagt man so schön? Die Tabelle lügt nie. Und die weist 96 bisher auf Platz vier aus, mit 49 Punkten direkt hinter dem Trio VFB Stuttgart, Eintracht Braunschweig und Union Berlin, die allesamt 50 Punkte haben. Einen eindeutigen Favoriten gibt es nun nicht mehr, denn ausgerechnet die bisher bei allen Medien favorisierten Stuttgarter schienen zuletzt schwer angeschlagen und retteten im vierten sieglosen Spiel in Folge gegen Aufsteiger Dresden erst in der 95. Spielminute ein 3:3 nach 0:3-Rückstand über die Ziellinie. Eintracht Braunschweig hingegen, nach schwachem Rückrundenstart eher als Außenseiter angesehen, gewann zuletzt dreimal in Folge durch späte Tore. So sehen Aufsteiger aus! Union Berlin verfügt über einen Lauf, blieb aber am Samstag in Hannover ohne echte Torchance. Und 96? Ist wohl derzeit noch als Wundertüte zu sehen, denn noch kann man nicht ernsthaft über die Wirkung des Trainerwechsels zu Breitenreiter urteilen.

Unangenehmer Gegner

Der morgige Gener aus Nürnberg jedenfalls ist nicht zu unterschätzen. Die Franken haben ebenfalls kürzlich den Trainer gewechselt und der neue Mann an der Seitenlinie, Michael Köllner, der mit zwei Siegen aus drei Spielen einen gelungenen Einstand feierte, dürfte nicht den Fehler der Berliner wiederholen, die spätestens nach dem Rückstand in Hannover in Erfurcht erstarrten. “Hannover ist eine ausgebuffte Mannschaft. Wir dürfen aber nicht abwarten, bis sie uns überrollen”, sagte der Coach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Und in der Tat: Mit immerhin 21 erzielten Auswärtstreffern (von insgesamt 38) stellen die Nürnberger aktuell das torgefährlichste Auswärtsteam der Zweiten Liga. Nürnberg könnte also überraschend offensiv antreten.

96 lässt sich nicht den Schneid abkaufen

Der Hebel zum Sieg dürfte für Breitenreiters Mannschaft morgen daher vor allem darin liegen, dass die Franken mit 24 Gegentreffern nach Bielefeld auch die zweitmeisten Gegentreffer zugelassen haben. Wenn die Roten ihren Schwung aus dem Sieg gegen Union Berlin mitnehmen können und Niclas Füllkrug weiter so brillant trifft wie nach Harniks Vorlage gegen Berlin, sollte man ihnen jedenfalls den Schneid abkaufen können. Mein Tipp: Torlos bleibt dieses Spiel auf keinen Fall und 96 bringt sich durch ein zwar wieder hart erkämpftes, aber letzlich deutliches 3:1 in eine gute Ausgangsposition für den Saison-Endspurt.

Dienstag, 4. April 2017, 17.30 Uhr:
Hannover 96 – 1. FC Nürnberg

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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