Jörg Smotlacha
14. April 2017

Zwei aus vier!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Derby gegen Eintracht Braunschweig

Die Fans fiebern dem Aufstieg entgegen: In der ausverkauften HDI-Arena möchte Hannover 96 morgen einen großen Schritt machen

Noch rund fünf Wochen und dann stehen die Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga fest. Und das Rennen ist spannend wie niemals zuvor. Nach aller Wahrscheinlichkeit bewerben sich noch vier Mannschaften um die beiden direkten Aufstiegsplätze und eine weitere Chance in der Relegation gegen den Bundesliga-Drittletzten. Neben Hannover 96 heißen die Kandidaten VFB Stuttgart, Union Berlin und Eintracht Braunschweig. Und eines scheint jetzt schon klar: Wer auch immer leer ausgeht und am Ende auf dem undankbaren vierten Platz landet, dürfte einer der besten Tabellenvierten der letzten Jahre werden. Zum Vergleich: 2015/16 belegte der FC St. Pauli mit 53 Punkten jenen Tabellenrang, den die Roten unbedingt vermeiden möchten. Die 53 Punkte haben sie immerhin schon nach 28 Spieltagen sicher.

Offenes Rennen um den Aufstieg

Und dennoch: Es ist absolut nicht abzusehen, wer am Ende oben steht. Die noch vor wenigen Wochen von allen favorisierten Stuttgarter konnten fünf Mal in Folge nicht gewinnen und übernahmen erst durch ihren 2:0-Sieg gegen den Tabellenletzten aus Karlsruhe am letzten Sonntag wieder die Tabellenführung. Und die zwischenzeitlich ganz oben thronenden Berliner, denen wochenlang die Leichtigkeit des Underdogs anzusehen war, wurden vor zwei Wochen von 96 beim 0:2 in Hannover klar in die Schranken gewiesen und stehen aktuell nur noch auf Tabellenplatz vier. Das Momentum war zuletzt wiederum eher auf Seiten der Braunschweiger Eintracht, die seit neun Spielen unbesiegt ist und nun ausgerechnet in Hannover gastiert.

Das Nicht-Endspiel-Endspiel

Und 96? Hat sich seit dem Trainerwechsel von Daniel Stendel zu André Breitenreiter vielleicht ein bisschen stabilisiert, aber nicht unbedingt spielerisch verbessert. Trotzdem haben die Hannoveraner noch alles in der eigenen Hand und obendrein die Statistik auf ihrer Seite: 96 ist die heimstärkste Mannschaft der Liga und hat seit immerhin fünf Spielen kein einziges Gegentor mehr kassiert. Dass die Roten gegen den Erzrivalen aus Braunschweig besonders motiviert sein dürften, braucht ohnehin nicht erwähnt zu werden, auch wenn Trainer Breitenreiter extra betont hat, dass die Partie kein Endspiel sei und es noch genügend Punkte zu verteilen gäbe. Die Portion Extra-Motivation gilt aber für den Gegner auch, der seine bisher überragende Saison natürlich mit einem Sieg in Hannover und einem anschließenden Überraschungsaufstieg krönen möchte.

Es kommt auf Nuancen an

Fest steht: Beide Teams können in dieser wichtigen Phase der Saison aus dem Vollen schöpfen und auf ihre Bestbesetzung zurückgreifen. Bei Hannover 96 ist lediglich der zuletzt ohnehin nicht gesetzte Noah Joel Sarenren Bazee nicht einsatzbereit. Und so wird es morgen auf Nuancen ankommen: Wer besser ins Spiel findet und die entscheidenden Zweikämpfe gewinnt, wessen Torwart die Null hält und wessen Stürmer besser treffen. Da die Partie aber auch ein Hochsicherheitsspiel ist und die Stimmung nach dem Anschlag von Dortmund erst recht angespannt ist, wird es darum gehen, wer seine Nerven besser im Griff hat. Mein Tipp: 96-Trainer André Breitenreiter hat für die nötige Lockerheit gesorgt und 96 ist hochmotiviert. Auf Martin Harnik kann sich die Mannschaft ohnehin verlassen. Der Goalgetter schießt zwei Tore und Hannover gewinnt 2:0.

Samstag, 15. April 2017, 13 Uhr:
Hannover 96 – Eintracht Braunschweig

(Foto: Robert96/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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