Henning Chadde
16. Mai 2017

Lernen? Bleibt alles anders!

Mitbestimmung, Freiheit und Schulabschluss: die Dokumentation “Berlin Rebel High School” im Kommunalen Kino im Künstlerhaus

Von der Draufsicht her eine normale Klassen-Situation, im Kopf aber ungleich freier: Filmszene aus “Berlin Rebel High School”

Wie viele Schülerinnen und Schüler eint auch Alex, Lena und Hanil ein Problem: Mit dem herkömmlichen Schul-System, seinen starren Bewertungs-Schemata, Regeln und Disziplin-Vorgaben sind sie nie klargekommen. Nach dem Motto “mehr Pflicht und Zwang als erkennbarer Nutzen und Sinn” waren unzählige Schulabbrüche und -wechsel die unabwendbare Folge in ihren bisherigen Schulkarrieren. Dennoch eint sie nicht nur das eingangs beschriebene Problem, sondern viel mehr noch ein gemeinsames Ziel: Ihre Zukunft wollen sie ob dieser Umstände mitnichten an den (Bildungs-)Nagel hängen. Sie suchen nach Schul-Alternativen, am besten mit Spaß, Sinn und Selbst- beziehungsweise Mitbestimmung. Und so kommt es, dass sie sich schließlich in einer Klasse der Schule für Erwachsenenbildung in Berlin wiederfinden. Eine Schule, die bereits seit 1973 als basisdemokratisches Lern-Projekt ohne Direktor und Noten existiert, wobei die Lehrkräfte von den Schülerinnen und Schülern bezahlt werden. Und eine Schule, die sie direkt in alle organisatorischen Fragen und Ziele mit einbezieht. Und damit ist diese Schule für Erwachsenenbildung, kurz SFE, äußerst erfolgreich und landet mit feiner Regelmäßigkeit ganz oben in bundesweiten Schulwettbewerben.

In seinem Dokumentarfilm “Berlin Rebel High School” begleitet der Filmemacher Alexander Kleider einen (nur scheinbar) wilden Haufen von Berliner Underdogs auf ihrem Weg zum Abitur und wirft dabei auch einen Blick auf die Lehrerinnen und Lehrer, in deren Fokus nicht ausschließlich die Lehre steht, sondern die Neugier der Schülerinnen und Schüler, ihre Begeisterung und ihr Witz. Und nicht selten auch ihre unorthodoxen Wege, sich eine Zukunft selbstbewusst und mitbestimmt in Kreativität und Freiheit erfolgreich neben der Normspur aufzubauen. Äußerst beeindruckend.

Dienstag, 16. Mai 2017:
“Berlin Rebel High School”, Dokumentarfilm von Alexander Kleider, D 2017, 92 min., Kommunales Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 17 Uhr, Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt: 4,50 Euro

  • weitere Vorstellung:
  • Mittwoch, 17. Mai, 18 Uhr

(Foto: Pressefoto/Kommunales Kino)

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Kategorien: Film, Politik, Tagestipps

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