Susanne Viktoria Haupt
29. Mai 2017

Ran an die Bücher!

Seitenansicht Spezial: Der Julius-Club

Mit viel Spaß und Lese-Genuss durch den Sommer: der Julius-Club

Im vergangenen Monat widmete ich erstmalig ein ganzes Spezial in unserer Reihe Seitenansicht den Nachwuchs-Leseratten. Denn Lese-Förderung ist ein wahnsinnig wichtiges Thema, so dass ich mich diesen Monat meinem ganz besonderen Angebot widmen möchte. Dass lesen unglaublich viele Vorteile mit sich bringt, dürfte allgemein bekannt sein. Nicht nur, dass es einem ermöglicht, den Wortschatz deutlich auszubauen, lesen fördert zudem auch die Empathie. So viel Einblick in die Gefühlswelt anderer Personen (wenn auch nur fiktiver Natur) bekommt man schließlich selten. Das Gute ist, dass Bibliotheken weiterhin eine tragende Säule in der vermittelnden Literatur-Landschaft darstellen und auch keineswegs die direkte Lese-Förderung außer Acht lassen.

Ein Lese-Diplom für junge Bücherwürmer

Bereits seit einigen Jahren gibt es den Julius-Club, der während der Sommerferien mit einem spannenden und vielseitigen Programm aufwartet und sich an Jung-Leserinnen und -Leser von 11 bis 14 Jahren wendet. Initiert von der Büchereizentrale Niedersachsen und der VHG-Stiftung nehmen jedes Jahr 52 niedersächsische Bibliotheken an diesem Programm teil. Vom 9. Juni bis zum 9. August steht Kindern und Jugendlichen eine Auswahl von 100 Büchern zur Verfügung, die sie kostenfrei ausleihen dürfen. Das ist allerdings bei weitem nicht alles. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können kurze Bewertungen der gelesenen Bücher abgeben, ab zwei gelesenen Büchern samt abgebener Bewertung gibt es dann das Julius-Diplom. Wer sogar fünf Bücher schafft und diese bewertet, bekommt das Julius-Vielleser-Diplom. Die Lese-Freude soll sich allerdings nicht nur in Form des Diploms widerspiegeln, sondern möglichst bei Vorlage in der Schule anschließend auch positiv im Zeugnis vermerkt werden. Aber egal ob zwei, drei, vier oder fünf Bücher, in jedem Falle bekommen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein liebevolles Abschlussgeschenk überreicht.

Gemeinsam liest es sich besser

Nun sollte es natürlich nicht das Ziel sein, dass die Kinder den Sommer über alleine mit einem Stapel Bücher im Zimmer hocken, sondern vielmehr, dass sie aus dem Akt des Lesens auch ein soziales Happening machen können. Daher gibt es in jeder der teilnehmenden Bibliotheken in Niedersachsen Club-Treffen, bei denen sich die Kinder und Jugendlichen über das Gelesene austauschen können und sogar gemeinsam spannende Ausflüge unternehmen können. Die Programmhefte mit den Club-Angeboten lassen sich in den jeweiligen Bibliotheken finden. Der Einstieg in das Programm ist zudem variabel. Niemand muss sich pünktlich ab dem 9. Juni angemeldet haben. Wer ein lesebegeistertes Kind zu Hause sitzen hat, das noch nicht ganz elf Jahre alt ist, aber knapp davor, der kann ebenfalls ganz beruhigt sein. Mein Sohn durfte vergangenes Jahr völlig ohne Probleme auch als Zehnjähriger teilnehmen. Die Freude am Lesen steht bei allem einfach im Vordergrund. Zum Abschluss lockt der Julius-Club dann noch mit einer großen Party, auf der viele der Teilnehmenden noch einmal zusammenkommen und feiern.

Bibliotheken? Immer gut!

Für die literarische Versorgung ist also dank des Julius-Clubs auch während der warmen Monate bestens gesorgt. Eltern sollten aber auch außerhalb der Ferienzeit stets im Hinterkopf behalten, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich einen Anspruch auf einen kostenfreien Bibliotheksausweis haben und ihnen damit eine ganz fantastische Welt offensteht. Bibliotheken sind immer noch die günstigste Methode, um an genügend Lesestoff zu kommen, und entgegen aller Erwartungen lassen sich für Groß und Klein auch jedes Mal etliche Neuerscheinungen finden. Und vielleicht kommt selbst ein noch nicht ganz so lesebegeistertes Kind durch dieses Programm erst so richtig auf den Geschmack!

weitere Infos:
www.julius-club.de

“Seitenansicht” erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius.

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Kategorien: Literatur

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