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Nicht ohne seine Tochter

von Jörg Smotlacha      Donnerstag, 11. Juni 2009

In seinem Dokumentarfilm “Der entsorgte Vater” kämpft Regisseur Douglas Wolfsperger gegen Exfrauen, Ämter, Vorurteile und andere Windmühlen

“Der entsorgte Vater”, Pressefoto zur Filmpremiere

Von kleinen Unterschieden und großen Ungerechtigkeiten: Douglas Wolfsperger mit seinen Mitstreitern Franzjörg Krieg (links) und Ralf Bähringer (rechts)

Kinder brauchen Eltern, das ist eine ziemlich einfache Feststellung. Was aber, wenn die Eltern sich trennen, womöglich zerstritten sind - oder wenn die Frau einfach entscheidet, sich nicht nur von ihrem Mann zu trennen, sondern letzteren auch von den gemeinsamen Kindern? Dieses Schicksal erlebt hat der deutsche Regisseur Douglas Wolfsperger, der seit nunmehr fünf Jahren einen einseitigen Rosenkrieg von Seiten seiner ehemaligen Lebensgefährtin erdulden muss. Nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Hanna und der Trennung begann die Ex, Treffen zwischen Vater und Tochter zu boykottieren, bis Wolfsperger schließlich gar der Kontakt zu seiner Tochter per Gerichtsentscheid verwehrt wurde. Das Gericht ordnete an, dass sich der Vater von der Tochter verabschieden soll. Endgültig.

Um seinen chancenlosen Kampf gegen die Justiz zu verarbeiten, startete Wolfsperger eine letzte, filmische Reise zu seiner Tochter, bei der er weitere Väter traf, die gegen Exfrauen, Ämter, Vorurteile und andere Windmühlen kämpfen. Der Film dokumentiert, dass es sich bei den gezeigten Schicksalen nicht um Einzelfälle handelt, sondern um Ergebnisse der deutschen Rechtsprechung, welche die Bedürfnisse der Mütter bevorzugt - ohne an das Wohl der Kinder zu denken. Eine Rechtsprechung, die ursprünglich das Scheidungsrecht neu regeln und vereinfachen sollte und nun zu einer Waffe geworden ist. Ein Umstand, der wiederholt vom Europäischen Gerichtshof bemängelt worden ist.

Douglas Wolfsperger arbeitete an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen, bevor er 1992 den Kino-Spielfilm “Probefahrt ins Paradies” mit Christiane Hörbiger, Barbara Auer und Axel Milberg in den Hauptrollen drehte. Anschließend realisierte er vor allem Fernseh-Dokumentarfilme über Menschen und ihren Alltag, so über Müllmänner (”Der Dreck muss weg”), eine Klofrau (”Die Königin vom Bahnhofsklo”) und Weihnachtsmänner (”Vom Himmel hoch”). In den letzten Jahren sorgte er zunehmend auch im Kino mit Dokumentarfilmen für Furore (unter anderem “Bellaria - so lange wir leben!”, 2002 und “Die Blutritter”, 2003) und gewann zahlreiche Auszeichnungen auf internationalen Film-Festivals. “Der entsorgte Vater” wird vom Kommunalen Kino als Erstaufführung präsentiert.

Donnerstag, 11. Juni 2009:
“Der entsorgte Vater”, Dokumentarfilm von Douglas Wolfsperger, D 2008, 86 min., Kommunales Kino im Künstlerhaus, Sophienstr. 2, 30159 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt: 6 Euro, ermäßigt: 4 Euro

  • weitere Aufführungstermine:
  • Freitag, 12. Juni, 18 Uhr
  • Sonntag, 14. Juni, 18 Uhr
  • Montag, 15. Juni, 18 Uhr

(Foto: Pressefoto)

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