Lorenz Varga
30. Juni 2009

Abgestempelt!

Der Hannoveraner Andreas-Andrew Bornemann hat ein einmaliges Postkartenarchiv zusammengetragen und ins Netz gestellt

Uni

Aus Bornemanns Archiv: Uni-Postkarte aus dem Jahr 1926

Von der Correspondenzkarte bis zur Ansichtskarte

Eigentlich heißen sie ja Ansichtskarten, denn Postkarten an sich sind meist ohne Motiv. Doch der hannoversche Sammler Andreas-Andrew Bornemann bevorzugt den Begriff Postkarte. Davon besitzt er etwa 7000 Stück, und die entzifferbaren hat Bornemann so gut wie alle gelesen. Die Karten seines Archivs sind fast alle gelaufen, was bedeutet, dass sie mit Briefmarke und Poststempel versehen sind. Über 4500 von ihnen kann man inzwischen online bestaunen. Der Schwerpunkt des Archivs liegt eindeutig bei Hannover. Es gibt aber auch Rubriken wie Tatoo-Karten, Freimaurer oder Stummfilm-Stars. Und man erfährt etwas über die Entwicklung des heute auf DIN A6 genormten Minischriftstückes, das erstmals 1869 in Österreich-Ungarn als Correspondenzkarte eingeführt wurde.

Gruß aus Linden

Des Sammlers Lieblings-Postkarte: Das katholische Arbeitervereinshaus in der Rampenstraße

Vor dem Sammler liegt mühselige Detektivarbeit

Das Postkartenarchiv bietet aber mehr als nur optische Leckerbissen. Die einzelnen Karten werden von Bornemann mit ihren Motiven historisch eingeordnet und erhalten dadurch ihren Kontext. Hier beginnt erst die mühselige Detektivarbeit für den Sammler, die dem Hannoveraner sogar die Ehrenmitgliedschaft im San Francisco Bay Area Post Card Club einbrachte. Mit Geschichtsbüchern, Reiseführern und Adressbüchern werden die Zusammenhänge rekonstruiert. So erfährt man beispielsweise, dass das Schillerdenkmal zur 50-Jahr-Feier der Völkerschlacht bei Leipzig auf dem Georgsplatz enthüllt wurde, 1955 entfernt und 1959 an der Rückseite der Oper wieder aufgebaut wurde, um dann 1982 seinen heutigen Platz an der Georgstraße zu bekommen. Die Lieblingskarte von Sammler Bornemann stellt allerdings nicht das Schillerdenkmal dar, sondern das katholische Arbeitervereinshaus zu Linden. Doch da sind die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden und so kann sich unter www.postkarten-archiv.de jeder seinen eigenen Liebling heraussuchen.

(Fotos: www.postkarten-archiv.de)

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Kategorien: Lokales

2 Kommentare

  1. barbara sagt:

    Schöne Grüße in die alte Heimat an Andrew, das Team und Lorenz. Meldet euch doch mal bei Twitter an! ich bin hier: https://twitter.com/Popkontext

  2. der Luchs sagt:

    Hallo Barbara,

    schönen Gruß zurück – nach Berlin! Hoffe es geht Dir in der Hauptstadt gut?

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