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Die Unermüdlichkeit der Könige

von Matthias Rohl      Montag, 6. Juli 2009

Das Maß aller Dinge im Progressive Metal – Dream Theater auf Tournee

In seiner “Götzendämmerung” notierte Nietzsche einst sein berühmtes Diktum: “Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.” Man kann sich die New Yorker Progressive Metal-Legende Dream Theater durchaus als legitimen Erben in Nietzsches Geist vorstellen. Ließ das hochtourige Quintett um Mastermind und Ausnahme-Schlagzeuger “Iron” Mike Portnoy die Herzen der Fans erst vor zwei Jahren höher schlagen, als sie mit “Systematic Chaos” (2007) einmal mehr ein Meisterstück ihres Subgenres ablieferten, folgte ein Jahr später schon die Dokumentation der “Chaos In Motion Tour” in einer stattlichen 5-Disc-Box (2008). Und nun sind die Herren erneut on tour.

Dream Theater in Rio de Janeiro 2008

Dream Theater in Rio de Janeiro 2008

“Progressive Nation 2009″ nennen sie ihre aktuelle Tournee - und wieder haben sie ein Album im Gepäck, auf dem sie zeigen, dass sie auch nach einem Vierteljahrhundert Aufenthalt im Musik-Business noch immer voller Ideen stecken: “Black Clouds & Silver Linings” (2009). Man darf sicher sein, dass auch auf dieses rundum gelungene Werk eine neuerliche “Live-Box” folgen wird…

Heiter und tief wie ein Nachmittag im Oktober

Der geneigte Beobachter fragt sich indes seit nunmehr zehn Jahren, seit die Truppe mit “Metropolis Pt. 2: Scenes From A Memory” (1999) ihr Opus Magnum veröffentlichte, wie lange dieser geradezu gespenstisch intensive Album-Tour-Wechsel-Rhythmus noch gutgehen kann – vor allem, wenn man die zahlreichen Seitenprojekte der umtriebigen New Yorker ins Kalkül zieht. Die Musik des “Traumtheaters” bietet dabei in unermüdlich höchster Qualität vor allem dies: ausgefeilt-virtuose Prog-Arrangements, unerschöpflichen Melodien-Reichtum, eine stilsichere Mischung aus Härte und Songwriting und nicht zuletzt jene staunenswerte, konzentriert-energetische Instrumental-Artistik, die selbst technisch brillierenden Hochleistungs-Jazzern höchste Achtung abringen würde – und die vor allem live ihre unnachahmliche Wirkung entfaltet.

Noch einmal Nietzsche, diesmal “Ecce homo”: “Was ich eigentlich von der Musik will? Dass sie heiter und tief ist wie ein Nachmittag im Oktober. Dass sie eigen, ausgelassen, zärtlich, ein kleines süßes Weib von Niedertracht und Anmut ist.” Heiter und tief werden die Tage sein, an denen Dream Theater auch hierzulande Gastspiele geben. Die meisten übrigens im Oktober – gutes Omen, so scheint’s. Ohne diese Könige wäre Progressive Metal ein Irrtum.

Dream Theater: “Progressive Nation-Tour 2009″

  • 29. September, Berlin, Arena
  • 2. Oktober, Hamburg, Sporthalle
  • 3. Oktober, Düsseldorf, Phillipshalle
  • 18. Oktober, Frankfurt, Jahhrhunderthalle
  • 19. Oktober, Ludwigsburg, Arena

(Foto: Rodrigo Della Fávera)

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