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Zufluchtsstadt

Im Pavillon geht es heute Abend um die solidarischen Stadt, in der alle Menschen unabhängig von Aufenthaltsstatus leben können: „Hannover als ‚Solidarity City‘ – nur eine Utopie?“

Hochbrücke

In einem Hannover als Solidarity City hätte jeder die gleichen Rechte und die Zwei-Straßen-Gesellschaft wie hier an der Hochbrücke wäre passé

Seit nunmehr zwei Jahren ist die Flüchtlingskrise das beherrschende und häufig auch entzweiende Thema in der Öffentlichkeit, an Stammtischen, im Internet und auch auf Familiengeburtstagen. Es ist nicht leicht zu sagen, ob es in den letzten Monaten ruhiger um die Thematik geworden ist oder die zahlreichen Äußerungen dazu bloß zu einem Grundrauschen verkommen sind, das man nur noch unterbewusst wahrnimmt. Aktuell bleibt sie weiterhin. Horst Seehofer ist erst am Wochenende der Obergrenze als Bedingung für eine mögliche Koalition abgerückt, um kurz darauf auch davon abzurücken und verlauten zu lassen, er sei falsch verstanden worden, die Obergrenze sei natürlich weiterhin ein Muss, aber ob sie nun Obergrenze, Kontingent oder doch ganz anders genannt wird, da sei er für Gespräche offen. Nachdem die Balkan-Route geschlossen wurde, soll auch der Weg über das Mittelmeer für Flüchtlinge versperrt werden. Aus der CSU heißt es, der Familiennachzug solle rigider gehandhabt werden. Und auch die AFD bestreitet ihrer Wahlkampf vornehmlich mit der Flüchtlingskrise.

Aber es wird nicht nur über Beschränkung des Familiennachzugs, Obergrenzen oder konsequenteres Abschieben diskutiert. So beschäftigt sich der Pavillon heute mit dem Thema der „Solidarity City“. Der Gedanke dahinter ist eigentlich erdenklich einfach. Unabhängig von Aufenthaltsstatus soll jeder Mensch in einer Solidarity City leben, arbeiten, wohnen und am städtischen Leben teilnehmen können. Das beinhaltet neben dem Bleiberecht und dem damit verbundenen Schritt aus der Illegalität auch politische Teilhabe, medizinische Versorgung und den Zugang zu Bildung. Die Idee kommt aus Nordamerika und dem Vereinigten Königreich, wo fast dreihundert Städte sich an einer kleinen Utopie versuchen. Neben Bürgerinnen und Bürgern sowie ehrenamtlichen Initiativen ist es auch die Stadtverwaltung selbst, die an einer sozialeren Stadt mitarbeitet. Inwieweit Solidarity Citys funktionieren und auch auf deutsche Städte übertragen werden können, sind nur zwei Aspekte, denen heute Abend im Pavillon nachgegangen wird. Und natürlich geht es auch um die niedersächsische Landeshauptstadt: Ist auch Hannover als Solidarity City denkbar – oder doch nur eine Utopie?

Dienstag, 22. August 2017:
„Hannover als ‚Solidarity City‘ – nur eine Utopie?“, Diskussionsrunde, Pavillon Hannover, Lister Meile 4, 30161 Hannover, Beginn: 18:30 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Jörg Smotlacha)

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