Jörg Smotlacha
12. September 2017

Manchmal ein bisschen größenwahnsinnig

Wenn das Moulin Rouge in der Wüste liegen würde: The Dark Blue Orchestra im Café Glocksee

“I’ll entertain you, ’till you die”: The Dark Blue Orchestra aus Paris

Nein, nach französischer Leichtigkeit klingt das so gar nicht: Das Dark Blue Orchestra stammt zwar aus Paris, aber erscheint in seiner düsteren Lässigkeit eher aus der australischen Wüste entsprungen und definitiv mehr dem kaputten Outsider-Blues eines Tom Waits oder frühen Nick Cave zugeneigt als den Chansons von Gainsbourg, Brassens und Co. Dabei lässt es das Quartett aber dennoch nicht an kabarettartiger Theatralik fehlen, so dass man The Dark Blue Orchestra letztendlich schwer verorten kann: ein bisschen größenwahnsinnig, ziemlich cool und auf jeden Fall immer große Show.

2011 auf die Bühnen dieser Welt getreten, haben The Dark Blue Orchestra auf jeden Fall riesigen Spaß daran, mal durch ihr brillantes Piano zu bestechen, mal Nick Caves “Mercy Seat” zu zitieren und mal einfach nur völlig in ihrer Theatralik über alle Ziele hinauszuschießen. Das Gute daran ist, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer dann unvermittelt in den 1920er-Jahren landen oder aber Freddie Mercurys Wiedergeburt erleben. Heute sind The Dark Blue Orchestra im Rahmen des gewohnt heimeligen Ruby Tuesday im Café Glocksee zu Gast. Live defintiv einen Besuch wert.

Dienstag, 12. September 2017:
The Dark Blue Orchestra, Ruby Tuesday, Café Glocksee, Glockseestr. 35, 30169 Hannover, Beginn: 21.30 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Café Glocksee)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Musik, Tagestipps

Kommentiere diesen Artikel