Marcel Seniw
23. September 2017

Die Verunsicherung des Gegners nutzen

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den 1. FC Köln

Bisher noch kein Freund des Video-Beweises: Ex-96-Manager Jörg Schmadtke

Mit etwas Pech wäre am vergangenen Mittwoch beim 1:1 in Freiburg die unbefleckte Breitenreiter-Serie von 15 Spielen ohne Niederlage gerissen. Aber da bei den Roten nicht mehr Ron-Robert Zieler, sondern Philipp Tschauner zwischen den Pfosten steht, kassierte 96 gegen Freiburg eben kein Gegentor nach Strafstoß. Okay, den Ball hat Niederlechner schon gut versemmelt, aber wenn der Tschauner da in der Kiste vor einem steht, dann verdeckt der Hüne eben im Gegensatz zu Zieler schon mal mindestens ein Drittel des Kastens. Nichtsdestotrotz zeigte Hannover nach dem verschossenen Elfer Freiburgs die richtige Reaktion, ging selbst in Führung und dem nächsten Dreier stand nur der enorme Torriecher des besten Jokers der Bundesliga-Geschichte, Niels Petersen, im Wege. Trotzdem ein gutes Ergebnis für den Aufsteiger von der Leine, schließlich hat man auswärts einem Konkurrenten Punkte gekostet.

Klare Sache, oder nicht?

Am morgigen Sonntag trifft Hannover 96 nun wieder auf einen Gegner, der schlecht in die Gänge gekommen ist, aber im Gegensatz zum SC Freiburg schon nach fünf Spieltagen mit dem Rücken zur Wand steht: den 1. FC Köln. Die Truppe von Peter Stöger und Jörg Schmadtke hat bislang noch keinen einzigen Zähler auf dem Konto, erst einen Treffer selbst erzielt und dabei schon 13 Gegentore schlucken müssen. Den Abgang von Tor-Garant Anthony Modeste nach China konnte Kölns Rekord-Transfer Jhon Cordoba jedenfalls bislang noch nicht kompensieren, der 17-Millionen-Mann wird aber dennoch morgen darauf brennen, seinen ersten Treffer für seinen neuen Arbeitgeber in der Bundesliga zu erzielen. Da bei 96 mit Felipe ein etatmäßiger Stamm-Innenverteidiger ausfällt und mit Salif Sané der zweite wohl angeschlagen in die Partie gehen wird, sollten die Roten gewarnt sein. Corboba hat zwar noch nicht getroffen, aber in der Vergangenheit war Hannover 96 irgendwie immer ein Stück weit zu lieb mit kriselnden Stürmern: Sean Dundee und wie sie alle hießen, lassen grüßen. Hannover geht jedenfalls keineswegs als Favorit in die Partie gegen den Europa-League-Teilnehmer, auch wenn das Tableau diese Vermutung zuließe.

Wird es dennoch drei Punkte geben?

Der 1. FC Köln ist verunsichert und sucht noch seinen Stürmer. Doch irgendwann werden sie punkten, das ist sicher. Ich erinnere mich da an den ungeliebten Nachbarn des Effzeh, bei dem unser Freund Lars Stindl kickt. Borussia Mönchengladbach startete auch schon einmal mit fünf Niederlagen in eine Saison und rockte dann doch noch ganz schön die Liga. Einziger Unterschied: In Gladbach hat sich der damalige Trainer Lucien Favre selbst vor die Tür gesetzt und Platz für einen Neuanfang gemacht. In Köln nun aber nach einer Trainerentlassung zu rufen, wäre falsch, denn immerhin hat das Gespann Stöger/Schmadtke die Domstädter erst zu dem gemacht, was sie noch in der letzten Saison waren. Trotzdem kanne es im Fußball eben manchmal schnell gehen. Noch eine Niederlage – am besten mit noch einer Videobeweis-Entscheidung, von welcher der Effzeh bislang nur benachteiligt wurde – und Schmadkte könnte langsam der Stift gehen. Es wird so oder so eine schwierige Partie für Hannover, aber ich glaube denoch, dass die zu Hause unter Breitenreiter noch gegentorlosen 96er gegen die stotternde Kölner Offensive gegenhalten und gewinnen können. Heute wieder offensiver: Hannover 96 gewinnt sein Heimspiel mit 2:0 gegen den 1. FC Köln. Harnik wird es richten!

Sonntag, 24. September 2017, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – 1. FC Köln

(Foto: Wolkenkratzer/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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