Susanne Viktoria Haupt
4. Oktober 2017

Mit einem Klick zurück ins Leben

Charmante Komödie direkt aus Frankreich: “Monsieur Pierre geht online” im Apollo Kino

Verzaubert mit seinem Charme: Pierre Richard in “Monsieur Pierre geht online”, Filmplakat

Man mag sich gar nicht vorstellen, dass es noch ein Leben vor dem Internet und den Smartphones gab. Aber auch, wenn das gar unvorstellbar erscheint, entspricht es nun mal der Wahrheit. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich die Idee vom Internet bereits im zarten Alter von zehn Jahren hatte, als ich von der Existenz dessen noch gar nichts wusste. Ich hatte zum Geburtstag einen Lern-Computer geschenkt bekommen und die ewigen Lern-Disketten waren mir irgendwann zu langweilig geworden. Also tippte ich eifrig in den freien Schreibmodus Nachrichten hinein, bei denen ich mir vorstellte, dass ein anderes Kind sie auf seinem Lern-Computer empfangen könnte… Dankt mir später, denn in diesem Artikel soll es vornehmlich um den französischen Film “Monsieur Pierre geht online” gehen.

Monsieur Pierre (Pierre Richard) ist alt, Witwer und ein echter Griesgram. Sozusagen die menschliche Form der “Grumpy Cat”. Das liegt vornehmlich daran, dass er seine Frau Madeleine bereits verloren hat – ohne sie erscheint ihm das Leben völlig sinnlos. Seine Tochter Sylvie (Stéphane Bissot) hat davon jedoch die Faxen dicke. Kurzerhand beschließt sie, dass es an der Zeit ist, ihren Vater ins 21. Jahrhundert zu katapultieren. Das geht natürlich am besten durch einen Computer-Kurs.

Unterrichten soll ihn der junge Alex (Yanniss Lespert), der nicht nur als ausgewiesener Träumer bekannt ist, sondern auch dafür, dass er seinen Lebensunterhalt nur schwer bestreiten kann. Für Pierre gestaltet sich der Einstieg in die Online-Welt sehr schwierig, was die Zuschauerinnen und Zuschauer allerdings bestens unterhält. Weil er nun mal auch Witwer ist, beschließt der Griesgram, einen Schritt weiter zu gehen und gar das Online-Dating auszuprobieren. Nur blöd, dass er seinen Charme bei einer 31-Jährigen anwendet und diese seinem Charme direkt erliegt. Treffen will sich Pierre mit ihr zwar nicht, also soll Alex es tun – und schon ist die schräge Story perfekt. “Monsieur Pierre geht online” ist eine liebevolle und leichte Komödie des französischen Regisseurs Stéphane Robelin, die perfekt generationsübergreifend funktioniert und bei allem Humor auch noch wunderbar romantisch ist.

Mittwoch, 4. Oktober 2017:
“Monsieur Pierre geht online”, Komödie von Stéphane Robelin, F 2017, 92 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 20.15 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 7 Euro

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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