Susanne Viktoria Haupt
8. November 2017

Musik von der grünen Insel

Das Kulturzentrum Pavillon präsentiert das 44. Irish Folk Festival

Cúig sind nur eines von insgesamt fünf Highlights des Irish Folk Festivals 2017

Irland. Eine Insel, die deutlich mehr zu bieten hat als grüne Weiden, Schafe, Butter und Whiskey. Obwohl man locker sagen könnte, dass das schon eine ganze Menge ist. Aber Irland ist auch ein Land der Gegensätze, der Abwechslung und vor allem der Überraschungen. Vor allem musikalisch. Zum einen darf sich der irische Singer/Songwriter Glen Hansard seit 2007 an seiner beispiellosen Karriere erfreuen, die ihm sogar den Oscar für den besten Song einbrachte. Zum anderen schmetterte der ebenfalls irische Musiker Hozier 2014 der Welt seinen Hit “Take me to Church” um die Ohren. Gerade Hoziers Musik bewegte sich so gar nicht in dem Spektrum, was man als “typisch irisch” bezeichnen würde. Man hörte mehr Blues als Folk – und das war und ist verdammt gut so.

Denn irische Musik ist nun mal mehr als der “typische irische Folk”. Auch wenn dieser natürlich echt schön sein kann. Aber genau wie die Insel selbst lebt eben auch die Musik der Emerald Isle von Gegensätzen, Abwechslung und Überraschungen. Um einen Querschnitt dieser Bandbreite zu zeigen, lädt das Kulturzentrum Pavillon auch dieses Jahr wieder zum Irish Folk Festival ein. Ein gutes Beispiel für Überraschungen ist beispielsweise Cúig, eine Band, die nicht nur beim “Battle of the Bands” abräumte, sondern mit einer Altersspanne zwischen 14 und 18 Jahren auch noch überraschend jung ist. Das junge Alter hat dem Quintett aber keinen Abbruch getan. Denn Cúig bestechen mit einem professionellen und abwechslungsreichen Sound, der sowohl von irischer, galizischer und auch amerikanischer Musik inspiriert ist.

The Fusion Fighters hingegen lassen die Herzen der Fans von Irish Dance deutlich höher, aber auch deutlich schriller schlagen. Nicht nur, dass ihre tänzerischen Darbietungen absolut beeindruckend sind, liefern sie auch eine umwerfende Percussion-Show. Da kann River Dance einpacken. Die Singer/Songwriterin Emma Langford lässt es wiederum deutlich ruhiger angehen, liefert allerdings Inhalte, die zum Nachdenken anregen. Langford selbst hält vom Mainstream nicht wirklich viel, dafür aber sehr viel davon, sich Gedanken über die Vergangenheit und die Zukunft ihrer geliebten Heimat zu machen. Socks in The Frying Pan runden mit ihren energiegeladenen und sehr humorvollen Auftritten das Repertoir des Abends gelungen ab. Das Trio spielt irische Klassiker aus den vergangenen 40 Jahren und fidelt dabei so voller Leidenschaft, dass der nächste Urlaub nach Irland in Gedanken schon geplant ist. Insgesamt ist das Irish Folk Festival 2017 in jedem Fall eine runde Sache und auf alle Fälle auch eine gute Gelegenheit, um das eigene Schubladen-Denken bezüglich irischer Musik für obsolet zu erklären.

Mittwoch, 8. November 2017:
Irish Folk Festival 2017, Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 27 bis 43 Euro

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Pavillon)

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Kategorien: Lokalitäten, Musik, Tagestipps

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