Marcel Seniw
19. November 2017

Meet and Greet

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen

Ihn gilt es morgen an der Weser zu überwinden: Werder-Verteidiger Lamine Sané

Länderspiel-Pausen sind immer blöd. Nicht nur, dass sie meistens verdammt langweilig sind, nein auch für Hannover 96 haben sie wenig Vorteile: Die Roten verloren letztes Jahr ihre ersten beiden Partien in Liga zwei nach einer Länderspielpause. Im November 2016 gab es nach der dritten Unterbrechung des Ligabetriebs dann den ersten Sieg nach einer. Und auch in diesem Jahr können es gerne wieder drei Punkte werden. Denn: Ab morgen biegt Hannover 96 auf die Zielgerade der Hinrunde. Bei einem Sieg im morgigen Auswärtsspiel in Bremen können die Roten mit 21 Punkten schon über die Hälfte des Klassenerhaltes geschafft haben – nach zwölf Spieltagen.

Vertrauen klingt anders

Doch Vorsicht: Gegner Werder Bremen spielt eine katastrophale Hinserie. Nach elf Spieltagen rangieren die Hanseaten auf dem vorletzten Tabellenplatz, konnten noch kein Spiel gewinnen, sondern erzielten fünf Remis bei sechs Niederlagen. Alexander Nouri musste seinen Hut nehmen und der neue Coach, Florian Kohfeldt, bekam von Sportchef Frank Baumann aufbauende Worte mit auf den Weg. Zur Beförderung Kohfeldts vom Interims- zum Chef-Coach sagte Baumann, dass es “bessere Trainer, die auch für unsere Situation interessant gewesen wären”, gegeben habe, es allerdings “nur zwei, drei” gewesen seien. Vertrauen klingt anders.

Der Haken an der Sache

Kohfeldt ist ganz nebenbei ein alter Bekannter von André Breitenreiter. Bremens neuer Trainer absolvierte 2014 in Paderborn ein Trainer-Praktikum. Damaliger Cheftrainer in Paderborn: André Breitenreiter. Breitenreiter schätzt Kohfeldt sehr und wünscht ihm viel Erfolg, bis auf Sonntag. Der ehemalige Praktikant geht jedenfalls sehr forsch an die Partie und sagt: “Wir werden am Sonntag gewinnen.” Nach dem bisherigem Saisonverlauf eine gewagte Aussage. Doch auch wenn Hannover 96 einen Sahne-Start hingelegt hat und mit einem Sieg das Punktekonto auf 21 hochschrauben könnte, was mindestens Platz vier bedeuten würde, hat die Sache mit den Auswärtsspielen in Bremen einen Haken: 96 gewinnt dort einfach nicht. Der einzige Sieg im Weserstadion liegt 14 Jahre zurück. Ein gewisser Fredi Bobic traf damals doppelt für 96. Verdammt lang ist’s her. Doch neben der Bremer Torflaute (Werder hat erst vier Tore erzielt) und deren aktueller Krise macht ein weitere Umstand Grund zur Hoffnung auf den Auswärts-Dreier von 96: Der letzte Sieg in Bremen erfolgte auch nach einem Aufstieg in Liga eins.

Freunde und Familie

Wenn am Sonntag Hannover in Bremen spielt, dann kommt es nicht nur zum Familientreffen der Brüder Lamine und Salif Sané, sondern auch zum Duell zwischen den Freunden Max Kruse und Martin Harnik. Aber der Reihe nach: Salif und Lamine treffen in Deutschland zum ersten Mal aufeinander. Für die Brüder stellt die Begegnung natürlich eine besondere Partie dar, aber ab dem Anstoss spielt jeder für seinen Verein. Besonders schön für beide: Neben ihrer Mutter reisen auch weitere Familienangehörige und Freunde der Gebrüder aus Frankreich zur Partie in Bremen. Mama Sané blieb aber diplomatisch, indem sie sagte, dass ihr das Ergebnis nicht wichtig sei, sondern dass sie einfach ihre Söhne spielen sehen wolle.

Gute Freunde kann niemand trennen

Gute Freunde kann niemand trennen – so in etwa könnte man die Beziehung zwischen Werders Max Kruse und Hannovers Martin Harnik bezeichnen. Als sie noch kleine Hamburger Nachwuchskicker waren, spielten beide in der Jugend beim selben Klub. Harnik war eher der Goalgetter, der die Zuspiele von Kruse verwertete. Beide wechselten zusammen zum SV Werder Bremen in die Jugend und spielten zusammen, bis sich ihre Wege dann doch trennten. Noch heute verbindet die beiden aber eine enge Freundschaft und deshalb wird das Nord-Derby zwischen Hannover und Bremen auch für Harnik und Kruse eine besondere Partie darstellen.

Wundertüte Werder

Tja, was erwartet uns in Bremen? Dass Hannover 96 statistisch dort nicht wirklich oft gewinnt, wissen wir, doch dass Wundertüte Werder gerade einen Trainerwechsel hinter sich hat und noch immer auf den ersten Dreier wartet auch. Und auch wenn Breitenreiters ehemaliger Praktikant Florian Kohfeldt brüllt wie ein Löwe, denke ich, dass Hannover 96 einen Auswärtssieg in Bremen holen wird. Die letzten 14 Jahre waren lang genug, es wird wieder Zeit für einen Dreier an der Weser! Und dieser wird dazu noch recht deutlich ausfallen. Wenn 96 Standardsituationen vermeiden kann (Hannover fing sechs der bisherigen elf Gegentreffer nach Standards), dann wird es ein zu Null. Martin schlägt Max, Lamine unterliegt Salif und Breitenreiter zeigt Schüler Kohfeldt, was der Lehrer drauf hat. Astreines 3:0.

Sonntag, 19. November 2017, 18.00 Uhr:
SV Werder Bremen – Hannover 96

(Foto: Wikipedia/Valentin Trijoulet/Public Domain)

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Kategorien: Sports

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