Marcel Seniw
12. Dezember 2017

Walking in a Füllkrug Wonderland

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin

Kommt immer besser in Fahrt: Niclas Füllkrug erzielte letzten Sonntag das wichtige Führungstor gegen Hoffenheim

“Walking in a Füllkrug Wonderland” – diesen Song widmeten die 96-Fans ihrem Derby-Helden Niclas Füllkrug in der vergangenen Saison. Angelehnt an das Weihnachtslied “Winter Wonderland” passte der Song aber auch nahezu perfekt auf das, was sich am letzten Sonntag in der HDI-Arena abspielte. Die Schnee-Ballschlacht gegen die TSG 1899 Hoffenheim endete mit dem besseren Ende für Hannover 96 – auch dank eines Treffers des 24-jährigen Stürmers, der danach in seinem “Füllkrug-Wonderland” zum Jubel mit Trainer André Breitenreiter und der Bank ansetzte. Dass bei diesen widrigen Bedingungen kein normales Fußballspiel zu erwarten war, war spätestens mit dem Anpfiff klar, aber dass die Wetter-Bedingungen Hannover 96 gegen ein spielstarkes Hoffenheim so in die Karten spielten, konnte man nur zuvor nur heimlich hoffen.

Schwere Bedingungen für beide Mannschaften

Nichtsdestotrotz zeigte Hannover 96 gegen die Kraichgauer eine Leistung, die imponierte. Die Elf von Trainer André Breitenreiter warf alles in die Waagschale, was einem Fußball-Fan gefällt: Laufbereitschaft, Kampf- und vor allem Teamgeist. Dass das Geläuft nicht einfach zu bespielen war, galt immerhin für beide Mannschaften, weshalb 1899-Spieler Serge Gnabry auch nach Abpfiff keine Ausreden suchte, sondern nüchtern konstatierte: “Wir haben zweimal geschlafen und wurden dafür bestraft”. Beim morgigen Spiel in Berlin wird es laut Wetterbericht wohl zu keiner weiteren Schnee-Ballschlacht kommen, aber gemütlich wird es bei 3° Grad Celsius und einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 90 Prozent aber dort auch nicht wirklich.

Kurze Vorbereitungszeit

Der kommende Gegner Hertha BSC Berlin steht aktuell in der Tabelle hinter Hannover 96 und kann selbst bei einem Sieg nur auf einen Zähler an die Roten heranrücken. Pal Dardais Mannschaft kam am Sonntag zwar zu einem Last-Minute-Punkt beim 1:1 beim FC Augsburg, was zum einen für die Moral der Herthaner spricht, zum anderen aber auch ihr derzeitiges Manko aufzeigt: Berlin wirkt aktuell müde, anfällig und uninspiriert, was unter anderem oder vielleicht sogar explizit daran liegt, dass Berlin im Europapokal aktiv war und sich deshalb nicht zu 100 Prozent auf die Gegner in der Liga konzentrieren konnte. Doch vor dem Spiel gegen Hannover gelten andere Vorzeichen, da in dieser Woche für beide Mannschaften eine englische Woche ansteht – und dadurch die Vorbereitungszeit für beide Trainer und Teams ziemlich kurz ausfällt.

Frühstarter aus Berlin

Hannover 96 wird in der Hauptstadt definitiv auf Strippen-Zieher Pirmin Schwegler verzichten müssen, da dieser gegen Hoffenheim seine fünfte Gelbe Karte sah. Da Manuel Schmiedebach unter Breitenreiter quasi keine Rolle mehr spielt, könnte Iver Fossum gegen die Hertha von Beginn an starten. Problem bei Fossum: Ihm geht die körperliche Komponente im Zweikampf noch immer ab. Hannover müsste in diesem Fall wohl mit einem tieferstehenden Marvin Bakalorz agieren, was wiederum dessen Vorzügen im Pressing-Spiel der Roten zunichte machen würde. Egal, wie 96 auch auflaufen wird: Passt zu Beginn bloß auf Vedad Ibisevic auf, denn der Kerl ist neben einem gewissen Gerd Müller der beste Frühstarter der Bundesliga-Geschichte: Ibisevic hat in dieser Saison bereits sein insgesamt viertes Bundesligator in der Anfangsminute einer Partie erzielt – das schaffte zuvor nur der Bomber der Nation.

Auf Augenhöhe

Machen wir es kurz in dieser Woche: Hertha BSC Berlin ist an diesem Spieltag mit Hannover 96 auf Augenhöhe. Beide haben nur eine kurze Vorbereitung auf die Partie und die vier Pünktchen, die Hannover vor Berlin steht, könnten nach dem Spiel schnell dezimiert sein. Die Roten werden aber dennoch siegreich aus Berlin zurückkehren. Hannover 96 siegt mit 3:1 in der Hauptstadt – und ein Grund heißt Niclas Füllkrug.

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 20.30 Uhr:
Hertha BSC Berlin – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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