Jörg Smotlacha
16. Dezember 2017

Weihnachten kann kommen

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen

Erwies sich in der Hinrunde als sicherer Rückhalt für Hannover 96: Torwart Philipp Tschauner

Kurz vor Weihnachten ist bei Hannover 96 nach einem turbulenten Jahr ein wenig Ruhe eingekehrt. Nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga erwischte die Mannschaft von André Breitenreiter einen fulminanten Saisonstart und stand kurzzeitig gar in Reichweite der Tabellenspitze. Fortwährende Dissonanzen zwischen der Führungsspitze des Vereins um Präsident Martin Kind und Teilen der Fan-Szene ließen die Roten jedoch nicht zur Ruhe kommen, und als Sport-Chef Horst Heldt kurzzeitig mit einem Wechsel zum 1. FC Köln liebäugelte, kam weitere Unruhe auf. Umso bemerkenswerter, dass sich das Team um Martin Harnik und Co. nicht beeindrucken ließ und weiter Punkte sammelte.

Zufrieden in die Winterpause gehen

Einen Spieltag vor der Winterpause steht Hannover 96 auf einem guten zehnten Tabellenplatz und hat das Ziel “20 + x” erreicht. Das Team zeigte gerade gegen spielstarke Kontrahenten, dass es in der Bundesliga mehr als nur mithalten kann. So waren das 1:0 gegen Schalke 04, das 4:2 gegen Borussia Dortmund und zuletzt das 2:0 gegen Hoffenheim positive Überraschungen, und auch bei den auf dem Papier übermächtigen Teams aus Leipzig und München zeigte sich Breitenreiters Mannschaft couragiert und verlor eher unglücklich. Demgegenüber standen aber auch durchwachsene Leistungen wie bei der 1:2-Heimniederlage gegen Frankfurt oder beim 0:4 in Bremen. Und so hätten es zwar durchaus sogar noch ein paar mehr Punkte sein können, aber Hannover 96 darf dennoch zufrieden in die Weihnachtsferien gehen. Auch weil der Kader sich als absolut bundesligatauglich erwies: Torwart Philipp Tschauner hat sich zu einem sicheren Rückhalt entwickelt, Breitenreiter hat die Abwehr stabilisiert und die variable 96-Offensive stellte ein ums andere Mal auch hochkarätige Gegner vor echte Probleme.

Mannschaft der Stunde

Vor der wohlverdienten Pause folgt ein allerletztes Spiel – und das hat es in sich, denn der morgige Gegner ist die Mannschaft der Stunde: Bayer 04 Leverkusen ist seit elf Bundesliga-Spielen ungeschlagen und hat dabei sechs Siege und fünf Unentschieden eingefahren. Nach einem mühsamen Start in die Saison scheint sich das Team von Trainer Heiko Herrlich stabilsiert zu haben. Und mit einem Sieg in Hannover könnte Bayer 04 schließlich zum Ende der Hinserie sogar noch auf einen Champions League-Platz springen. Und auch die interne Bilanz sieht nicht gut aus für 96: Hannover konnte die letzten sieben Pflichtspiele gegen die Werkself nicht gewinnen und verlor dabei sechs mal.

Personelle Alternativen

Ein Lichtblick ist derweil der sich wieder vergrößernde Kader von Breitenreiters Team, denn Mittelfeld-Stratege Pirmin Schwegler ist nach seiner Gelb-Sperre gegen Leverkusen wieder einsatzbereit, und mit Noah Joel Sarenren Bazee verfügt die Mannschaft über eine weitere offensive Alternative. Der lange verletzte Jungspieler zeigte bei der unglücklichen 1:3-Niederlage in Berlin jedenfalls nach seiner Einwechslung eine Halbzeit lang eine sehr ansprechende Leistung. Breitenreiter betonte allerdings, dass es für einen Startelf-Einsatz des 21-Jährigen noch zu früh sein und dieser erst wieder in der Rückrunde voll im Rhythmus sei. Mein Tipp: Mit Schwegler und dem später eingewechselten Sarenren Bazee erkämpft sich Hannover 96 gegen einen speilstarken Gegner ein achtbares 1:1. Weihnachten kann kommen.

Sonntag, 17. Dezember 2017, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – Bayer 04 Leverkusen

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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