Prediger der Apokalypse
von Barbara Mürdter Mittwoch, 20. Juli 2005Konzerttipp: David Eugene Edwards am 25. 8. im Café Glocksee
David Eugene Edwards keucht, fleht und schreit auf der Bühne, als ob die Apokalypse vor der Tür steht. Dass sein Großvater ein Wanderprediger war, glaubt man dem blonden US-Amerikaner sofort. Edwards nimmt die Zuhörer mit in seinen düsteren Gospel, dessen Intensität auch für jene spürbar ist, die des Englischen nicht mächtig sind. Ob auf dem Banjo, der Gitarre oder dem Akkordeon gespielt, ist seine Musik gleichermaßen inspiriert vom Punk wie von den archaischen Wurzeln der Countrymusik. Und Edwards wirkt, als sei er im wörtlichen Sinne von den Geistern der Generationen vor ihm besessen, die mit der Bibel in der Hand der feindlichen Natur des nordamerikanischen Kontinents trotzten.

David Eugene Edwards
10 Jahre im Geschäft
Seit über 10 Jahren ist der Mittdreißiger aus Denver, Colorado im Musikgeschäft. Mit seiner Band 16 Horsepower sicherte er sich Ende der Neunziger besonders in Europa eine treue Gefolgschaft. Die Musiker unterschrieben beim renommierten deutschen „Alternative-Country“-Label Glitterhouse und gewannen einen Kultstatus, der mit dem ihrer Landsleute von Lambchop und Calexico vergleichbar ist.
2001 legte die Band eine Pause ein und Edward widmete sich verstärkt Nebenprojekten. Vor drei Jahren erschien das Debutalbum seiner Band „Woven Hand“. Bald darauf folgte eine Zusammenarbeit mit dem Brüsseler Choreographen Wim Vandekeybus. Für dessen internationalen Performance/Ballett-Compagnie “Ultima Vez” schrieb Edwards den Soundtrack „Blush Music“ - gewohnt gespenstisch und urgewaltig. Der Musikexpress verglich ihn mit Mark Lanegan und Nick Cave, aber keiner der beiden verkörpert dieses dunkle Seelenfieber so glaubhaft wie Edwards.
In Hannover kein Unbekannter
Eifrigen Hannoveraner Clubgängern ist seine Musik nicht unbekannt. Vor fast 10 Jahren war der 16-Horsepower-Song „Coal Black Horses“ ein Hit im Café Glocksee, bei Radio Flora war ihre Musik zu hören. 1998 spielte die Band zum ersten Mal live in Hannover – im Bad (Foto). Der nächste Gig ein, zwei Jahre später dann in der Heimstatt des alternativen Country, dem Café Glocksee. Es scheint gefallen zu haben, denn hier wird Edwards im August auch erstmalig mit seiner Band Woven Hand zu sehen sein. Nur einer wird freiwillig fernbleiben: der Leibhaftige persönlich.
Café Glocksee, 25.8., Einlass 21 Uhr,
Kartenreservierungen: mail@cafe-glocksee.de
Aktuelles Album: „Consider the Birds“
- www.glitterhouse.de
- www.indigo.de
Weblinks:
- www.16horsepower.net
- www.16horsepower.com
Konzertkritik - “Her majesty sadness, yes”
(Foto: Barbara Mürdter)
Rubrik: Musik
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Ein Kommentar zum Artikel
“Prediger der Apokalypse”
[…] ch hörst Du die Lautstärke der Stille. Und ein Lächeln bricht sich Bahn. Ohne Worte. Konzertankündigung - Der Prediger der Apokalypse « Brief an […]
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