Susanne Viktoria Haupt
10. Januar 2018

Eine Wende, die sein muss

Das Museum für Energiegeschichte bietet mit dem Vortrag “Energiewende(n)” interessante Einblicke in eine notwendige Entwicklung

Die größte Angst von Kritikern alternativer Energiequellen ist die kalte Dunkel-Flaute

Unsere Welt wird beherrscht von neuen Technologien und der digitalen Revolution. Das hört sich jetzt erst einmal sehr böse an, jedoch muss technischer Fortschritt nicht immer schlecht sein. Aber für diesen Fortschritt brauchen wir vor allem Energie. Wir brauchen Energie für all die Smartphones und Tablets, für die Laptops und Maschinen und auch für all die kleinen Raspberry Pies und Arduino Micros, die uns auf anderen Ebenen wieder weiter voranbringen. Diese Energie entsteht aber nicht einfach durch einen guten Willen, sondern muss erzeugt werden. Mitte des 20. Jahrhunderts war man der Meinung, dass Atomenergie die Antwort auf alle Fragen sei. Ein verhängnisvoller Trugschluss, der die Menschheit bereits mit monumentalen Katastrophen und ausweglosen Kisen konfrontiert hat. Tschernobyl und Fukushima sind Schlagworte für die zwei schlimmsten Reaktor-Unfälle der Geschichte. Beide erhielten eine sieben auf der sogenannten INES-Skala. und als ob sie nicht schon schlimm genug wären, reihen sich dahinter weltweit über 20 Störfälle ein, deren Ausmaß zwar geringer war, was aber manchmal eben auch nur dem Glück zu verdanken war. Und was mit all dem radioaktiven Atom-Müll geschehen soll, weiß man immer noch nicht so richtig.

Die Atomkraft ist aber nicht das einzige schwarze Schaf innerhalb der Energiegewinnung. Denn das Festhalten an Kohle als Energieträger ist ebenfalls mit fatalen Folgen für die Umwelt verknüpft. Der CO2-Ausstoß ist ebenso immens wie der Landschaftsverbrauch beim Abbau. Erdgas ist zwar sauberer als Kohle, jedoch explosiv und ebenso endlich. Dagegen stehen allerdings eine Vielzahl von alternativen Energiequellen, die die Umwelt deutlich besser schonen würden. Windräder sehen zwar nicht unbedingt für jedes Auge schön aus, allerdings gewinnen sie ihre Energie – wie der Name schon sagt – aus dem natürlichen Wind und können in windigen Zeiten rund um die Uhr Strom liefern. Und Solarenergie wandelt Sonneneinstrahlung in Energie und ist sogar für Privatpersonen mittlerweile erschwinglich geworden. Auf einem Hausdach angebracht, kann die gewonnene Energie sogar ins allgemeine Stromnetz eingespeist werden. Neben diesen beiden sehr populären Alternativen gibt es zudem noch die Wasserkraft, die Solarthermie und die Nutzung von Erdwärme. Alternativen sind demnach durchaus gegeben.

Rein theoretisch steht also einer Wende hin zu alternativen und umweltschonenden Energiequellen nichts im Wege. Außer dem Umstand, dass viele Kritiker Angst vor der sogenannten “kalten Dunkel-Flaute” haben. Also einer Periode, in der es kalt (Erdwärme), dunkel (Solarenergie) und windarm (Windenergie) ist. In der Vergangenheit gab es in Deutschland immerhin kleine, aber bedeutende Schritte in die richtige Richtung. Besonders die Solarenergie wurde in den vergangenen Jahren deutlich subventioniert und Stromanbieter, die ihren Strom aus alternativen Energiequellen beziehen, werden auch immer erschwinglicher.

Das Museum für Energiegeschichte bietet heute einen fachkundigen Vortrag an. Dabei dreht sich alles nicht nur um die eine Energiewende, sondern um die gesamte Historie aller Wenden, die wir bereits hinter uns haben. Auch die zahlreichen Visionen, die dabei entstanden sind oder verarbeitet wurden, werden Teil des Vortrags sein.

Mittwoch, 10. Januar 2018:
“Energiewende(n) – Geschichte, Hintergründe, Visionen”, Vortrag, Museum für Energiegeschichte, Humboldtstraße 32, 30169 Hannover, Beginn: 17 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Museum für Energiegeschichte)

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Kategorien: Lokalitäten, Politik, Tagestipps

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