Joyce Kuhn
9. Januar 2018

Vom Widerstand

Im Pavillon erzählt das Kollektiv Pussy Riot heute in ihrer Performance “Riot Days” von Protest und Aktivismus

Sorgen seit ihrer Gründung 2011 für Aufsehen: Pussy Riot

Gerade einmal 41 Sekunden – mehr brauchte es nicht, um für die Mädels von Pussy Riot alles zu verändern. In nicht mal einer Minute betraten sie 2012 den eigentlich nur auf Einladung zugänglichen Ambo der russisch-orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau und vollführten ihr “Punk-Gebet”. Damit demonstrierten sie nicht nur gegen die enge Verbindung von Staat und Klerus, sondern auch gegen das russische Staatsoberhaupt Putin selbst und das von der Kirche geforderte Abtreibungsverbot. In nur 41 Sekunden wurden die Aktivistinnen damals weltweit berühmt – und die Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch zu politischen Gefangenen.

Heute liegen die Haftstrafen längst hinter den jungen Frauen, ihre Agenda hat das Kollektiv, das meist etwa zehn Mitglieder umfasst, allerdings nicht vergessen. Noch immer stehen Pussy Riot für Protestkunst, die sie am liebsten mit illegalen Guerilla-Punk-Konzerten ausleben. 2016 schlich sich dazu schließlich noch eine weitere Idee in die kreativen Köpfe, die heute auf der Bühne des Pavillons erstmals in Hannover zum Leben erweckt wird. Die vier Kollektiv-Mitglieder Maria Alekhina, Kiryl Masheka, Nastya Awott und Maxim Awott erzählen beim Pussy Riot Theatre unter dem Titel “Riot Days – Story of protest and resistance” von den Themen, die sie bewegen: vom Protest und Widerstand, etwa gegen Sexismus oder Homophobie. Dabei agieren die Künstlerinnen und Künstler sowohl als Schauspieler als auch Musiker. Auf der Bühne dabei sind Saxofon, Schlagzeug und Keyboard. Bei der Deutschland-Premiere in Frankfurt war”Riot Days” bereits ein voller Erfolg. Mit rund 1000 Gästen war das Haus randvoll ausverkauft.

Dienstag, 9. Januar 2018:
“Riot Days”, Performance, Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 30 Euro, ermäßigt: 26 Euro

(Foto: Pressefoto/Pavillon/Pussy Riot)

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Kategorien: Bühne, Musik, Politik, Tagestipps

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