Marcel Seniw
12. Januar 2018

Da sind wir wieder!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den FSV Mainz 05

Erwies sich in der Hinrunde als Taktik-Fuchs: 96-Trainer André Breitenreiter

Ich finde sie einfach nur schrecklich, diese Winterpause. Auch wenn sie in dieser Saison aufgrund der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Russland gar nicht mal so lang war, kam sie uns Fußballfans dennoch wie eine Ewigkeit vor. Doch glücklicherweise ist mit dem Warten nun Schluss – die Bundesliga fängt wieder an und könnte in einigen Belangen nun richtig spannend werden.

Geschichten aus der Winterpause

Was war in der Winterpause los? So einiges! Rekordtransfer Jonathas zum Beispiel kam nach seiner Reha aus Belo Horizonte wieder zurück in die niedersächsische Landeshauptstadt. Und Hannover 96 verpflichtete den Innenverteidiger Josip Elez vom HNK Rijeka. Doch ob dieser nun als Ersatz für Sané oder Backup für Felipe geplant ist, kann man noch nicht sagen. Hauptsache aber ist, der Kroate beantwortet diese Frage schon bald mit guten Leistungen. Außerdem in der Winterpause: Die Roten haben beim Wintercup in Bielefeld gegen unseren neuen besten Freund und Gastgeber DSC Arminia verloren, aber gegen Hertha BSC gewonnen. Manuel Schmiedebach konnte bislang nicht verkauft werden. Ja, und Salif Sané ist immer noch ein Roter, was angesichts der gierigen Scouts aus Tottenham und Co. dieser Tage leider nicht mehr selbstverständlich erscheint. Hannover 96 leitete aber ein Gegenmanöver ein: Sportchef Horst Heldt hat Sané einen neuen, wahrscheinlich fürstlich gut dotierten Vertrag zur Unterschrift vorgelegt. Interessant daran: In diesem neuen Arbeitspapier soll keine Ausstiegsklausel enthalten sein.

Poker um Sané

Tatsache ist: Salif Sané könnte Hannover 96 im Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme von elf Millionen Euro gen Ausland verlassen. Diese würde nun wohl nichtig werden, sollte der Senegalese seine drei Kreuze unter den neuen Vertrag setzen. Und diese Unterschrift könnte sogar im Interesse von Sanés an einem Verkauf sicherlich tendenziell interessierten Berater liegen, schließlich schmeißen die Engländer seit geraumer Zeit nur so um sich mit Geld. Aktuellstes Beispiel: Virgil van Dijk wechselte in dieser Transferperiode vom FC Southampton zum kloppschen FC Liverpool – für umgerechnet 84,5 Millionen Euro. Rekord für einen Verteidiger. In diese Sphären würde ein Sané-Transfer wohl nicht abdriften, sollte Hannovers Abwehrchef aber seine guten Leistungen aus der Hinrunde bestätigen können und ohne die Fauxpas der Hinrunde auskommen, dann wäre statt der festgeschriebenen elf Millionen vielleicht sogar das Doppelte oder Dreifache drin, denn die Tottenham Hotspurs sind bei weitem nicht der einzige Interessent.

Mainz könnte wehtun

Doch kommen wir zur Situation unseres Lieblingsvereins vor dem Rückrundenstart: Trainer André Breitenreiter ist spätestens in der Hinrunde zum Taktik-Fuchs aufgestiegen. Wechselte der Gegner, stellte Breitenreiter um und er hatte häufig den richtigen Taktik-Schlüssel parat. Auch gegen den morgigen Gegner FSV Mainz 05 wird der Chefcoach der Roten wieder gefragt sein. Scherzhaft betrachtet wird er sich aber weniger Sorgen um die Taktik machen müssen als um seine Spieler. Denn mit Nigel de Jong verpflichteten die Mainzer in der Winterpause den Spieler, der im WM-Finale 2010 Xabi Alonso einen Kung-Fu-Kick verpasste, auf den selbst Titan Oliver Kahn stolz gewesen sein müsste. Das Rauhbein kennen wir noch aus seiner Zeit beim kleinen HSV aus Hamburg – und darum hoffen wir, dass kein Felipe, kein Jonathas, kein Bech und kein Sarenren Bazee in der Nähe ist, wenn die holländische Axt über den Platz holzt. Der FSV hat sich aber noch einen weiteren, relativ namhaften Transfer gegönnt: Stürmer Anthony Ujah wechselte aus China zu den 05ern. Ujah wurde vor dem Transfer von Jonathas mit 96 in Verbindung gebracht, der Wechsel scheiterte jedoch.

Starten wir doch mal gut ins neue Jahr

Ich möchte an dieser Stelle nicht darauf herumreiten, aber nach einer Pause ist es immer schwer, die jeweiligen Mannschaften einzuschätzen. Und die Testspiele sind nur bedingt geeignete Indikatoren. Daher schauen wir doch einfach mal, was morgen gegen Mainz auf uns zukommt. Mein Tipp vor der Winterpause hätte 3:1 gelautet, nach der Winterpause bin ich nun bei 2:1. Das reicht aber auch noch für die ersten drei Punkte im ersten Spiel des Jahres. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin die Reise für die Roten in der Rückrunde geht. Träumen ist schließlich nicht verboten!

Samstag, 13. Januar 2018, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FSV Mainz 05

(Foto: Thomas Rodenbücher/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 2.0)

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Kategorien: Sports

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