Susanne Viktoria Haupt
12. Februar 2018

Summer loving

Zählt zu den zehn besten Filmen aus dem Jahre 2017: “Call Me by Your Name” läuft heute als Vorpremiere im Kino am Raschplatz

Ein Film, denn man einfach nicht verpassen darf: “Call Me By Your Name”, Filmplakat

Es gibt nichts schöneres als eine echte Sommerliebe. Dazu muss man nicht einmal “Grease” geschaut haben, um diese Erkenntnis zu besitzen. Kunst, Literatur und auch Film sind voller schillernden Beispiele zu diesem Thema. Aber auch ohne diese romantische Nuance scheint der Sommer innerhalb der Kulturgeschichte immer ein Moment gewesen zu sein, der alles ändern kann. Dabei denke ich beispielsweise an “Tschick” von Wolfgang Herrndorf, an den Film “Now and Then – Damals und heute” und natürlich auch an “Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers”.

Auch der amerikanische Schriftsteller André Aciman widmete sich in seinem 2007 erschienenen Roman “Call me by your name” den Themen Sommer und Liebe. Da das Buch ein fulminanter Erfolg wurde, dauerte es nicht lange, bis die Film-Industrie bei Aciman an die Tür klopfte. Vergangenes Jahr kam die gleichnamige Verfilmung in den USA in die Kinos und knüpfte nahtlos an den Erfolg ihrer literarischen Vorlage an. Sogar noch mehr: Das Film-Drama von Regisseur Luca Guadagnino scheint unter all seinen Preis-Nominierungen zu ersticken. Für die diesjährige Oscar-Verleihung darf sich “Call Me By Your Name” über eine Nominierung in der Kategorie “Bester Film”, “Bestes adaptiertes Drehbuch”, “Bester Hauptdarsteller” und “Bester Filmsong” freuen. Kurz: Der Film scheint einen Nerv bei Kritikern und Publikum zu treffen.

Gegenstand der Geschichte ist der 17-jährige Elio Perlman (Thimotée Chalamet), der den Sommer mit seiner Familie in einer Villa in Nord-Italien verbringt. Dort widmet er sich vorzugsweise dem Lesen und kleineren Flirts mit der jungen Marzia (Esther Garrel). Als jedoch der 24-jährige Amerikaner Oliver (Armie Hammer) seinem Vater, einem Archäologie-Professoren, bei seiner Arbeit assistieren soll, wird Elios gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. Während er den neuen Assistenten zunächst noch eher als störend empfindet, finden sich nach und nach immer wieder Momente der vertrauten Zweisamkeit zwischen den beiden jungen Männern, die ungeplante Gefühle mit sich ziehen. Der sonst so altkluge Elio muss erkennen, dass sein bisheriger aus Büchern gewonnener Wissensstand rein gar nichts über seine Lebenserfahrung aussagt, und dass es da draußen in der Welt offensichtlich noch viel mehr zu entdecken gibt, als er bisher annahm. Ein wunderbar romantisches Coming-of-Age-Filmdrama, dass uns nicht nur die Tränen in die Augen treiben kann, sondern gleichermaßen den Sommer in den Februar verlegt. “Call Me By Your Name” ist heute in einer Vorpremiere im englischen Original mit Untertiteln im Kino am Raschplatz zu sehen.

Montag, 12. Februar 2018:
“Call Me By Your Name”, Liebesdrama von Luca Guadagnino, I/F 2017, 132 min., OmU, Vorpremiere, Kino am Raschplatz, Raschplatz 5, 30161 Hannover, Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt: 9,50 Euro, ermäßigt: 9 Euro

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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