Jörg Smotlacha
3. Februar 2018

Sechs-Punkte-Spiel in der Hansestadt

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Nord-Derby beim Hamburger SV

Neuer Hoffnungsträger beim arg gebeutelten HSV aus Hamburg: Trainer Bernd Hollerbach

Unter der Woche war reichlich etwas los bei Hannover 96: Erst gab es beim 0:1 gegen den VFL Wolfsburg eine so unglückliche wie unnötige Heimniederlage und dann machte die Meldung die Runde, dass Flügelstürmer Felix Klaus die Roten nach dem Ende der Saison ausgerechnet in Richtung des ungeliebten Rivalen aus der VW-Stadt verlassen wird. Sicherlich schade, da Stammspieler Klaus nicht leicht zu ersetzen sein wird, aber auch nicht unnormal im schnelllebigen Fußball-Geschäft, in dem es Hannover 96 derzeit ansonsten erstaunlich gut gelingt, seine erfolgreiche Mannschaft zusammenzuhalten, wenn man an Salif Sané oder Waldemar Anton denkt.

Der Streit um “50 plus 1″

Schwerwiegender war da die Nachricht, dass die DFL Martin Kinds Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung der “50 plus 1″-Regel und damit die Übernahme des Vereins aller Voraussicht nach ablehnen wird. Es dürfte nun spannend werden rund um den Präsidenten von Hannover 96, der mit seinem Interesse, die Macht der Geldgeber in den Vereinen zu stärken, keineswegs alleine da steht und nun klagen dürfte. Es ist das Argument nicht zu übersehen, dass gleiches Recht für alle gelten müsse. Also entweder Abschaffung der Ausnahmeregelungen für Clubs wie Bayer Leverkusen, VFL Wolfsburg oder 1899 Hoffenheim oder komplette Streichung der “50 plus 1″-Regel. In dieser Frage, die die Fußball-Nation wie keine zweite spaltet, ist jedenfalls noch mit harten Diskussionen zu rechnen, zumal Hannovers Ultras weiterhin mit Stimmungsboykott drohen.

Die Wochen der Wahrheit

Das Team von Trainer André Breitenreiter sollte sich aber auf das Sportliche konzentrieren, denn nun steht eine entscheidende Saisonphase mit mehreren sogenannten “Sechs-Punkte-Spielen” bevor. Die nächsten drei Gegner, Hamburger SV, SC Freiburg und 1.FC Köln, gehören allesamt zu den direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. Sammeln die Roten in den nächsten drei Spielen weiter fleißig Punkte, dürfte Hannover 96 mit eben diesem Abstiegskampf nichts mehr zu tun bekommen. Freilich könnte das Team bei einer Niederlage im morgigen Nord-Derby beim kleinen HSV auch noch einmal in eine Negativ-Spirale geraten und der Druck vor dem Heimspiel gegen Freiburg würde zunehmen.

Trainer Breitenreiter kann aus dem Vollen schöpfen

Eigentlich liegt der Hamburger SV den Hannoveranern ja: Seit dem Wiederaufstieg 2002 gab es 28 Duelle, von denen 96 zwölf siegreich gestaltete, acht Mal gewannen die Hanseaten, acht Duelle endeten Unentschieden. Und dennoch birgt das morgige Match Überraschungspotential, denn der obligatorische Trainerwechsel hin zu Bernd Hollerbach könnte bei den arg gebeutelten Hamburgern neue Kräfte frei gesetzt haben. Immerhin hat André Breitenreiter die Qual der Wahl und fast alle Spieler an Bord. Und so bleibt es spannend zu beobachten, ob der zuletzt gesperrte Julian Korb an seinen angestammten Platz in der Verteidigung zurückkehrt und ob Neuzugang Josip Elez dafür weichen muss oder Oliver Sorg. Außerdem offen, ob Breitenreiter im Sturm wieder mit dem zuletzt glücklosen Martin Harnik beginnt oder doch mit Ilhas Bebou. Mein Tipp: Mit Korb, Elez und Bebou, der den goldenen Treffer erzielt, siegt Hannover 1:0 in Hamburg und verabschiedet sich aus dem Abstiegskampf.

Sonntag, 4. Fabruar 2018, 18 Uhr:
Hannover 96 – VfL Wolfsburg

(Foto: R.Bajela/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 4.0)

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Kategorien: Sports

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