Jörg Smotlacha
10. Februar 2018

Elefanten, Hunde und Vögel

Das Museum Wilhelm Busch eröffnet heute die Ausstellung “Zahme Viecher & wilde Bestien – Tiere im Fokus der Karikatur”

Warum Tiere uns Menschen so beeinflussen, zeigt die Ausstellung “Zahme Viecher & wilde Bestien” im Museum Wilhelm Busch

Das Verhältnis des Menschen zum Tier wird wohl auf ewig ein Thema in der Kulturgeschichte sein, und geflügelte Schlagwörter wie “Auf den Hund gekommen”, “Ich habe Schwein gehabt” oder “Da war der Bär los” beherrschen unsere Sprache. Das geht bis in den Alltag und reicht extrem tief in unsere Kultur. Wer das nicht glaubt, mache sich Folgendes bewusst: Sportvereine nennen sich “Scorpions” oder “Ice Tigers”, und das Betriebssystem, mit dem ich diesen Text schreibe, heißt “Snow Leopard”. Doch wie viel Tier steckt im Menschen? Woher kommen diese Redewendungen? Und sind wir uns unserer Tiere immer so sicher? Dass wir Angst vor den Konsequenzen des Verhältnisses zu den komischen Lebewesen neben uns haben, zeigen jedenfalls Filme wie “Der weiße Hai” oder Hitchcocks Klassiker “Die Vögel”.

Doch wie sollen wir mit denn nun mit unseren Artgenossen umgehen? Respektvoll? Würdevoll? Eigentlich klar. Aber was bedeuten sie uns wirklich? Und was heißt es, Tiere massenhaft zu benutzen, um menschliche Existenzen zu kultivieren und vor allem unsere Ernährung zu sichern? Einen Ansatz zur humorvollen Annäherung und ein bisschen Aufklärung verspricht aktuell das Museum Wilhelm Busch, das von heute an bis zum 21. Mai die Ausstellung “Zahme Viecher & wilde Bestien – Tiere im Fokus der Karikatur” präsentiert. Über 220 Zeichnungen und Grafiken zeigt die Ausstellung und persifliert dabei kulturhistorisch auch gerne mal die politischen Verhältnisse: Ob Charles de Gaulle als bulliger Elefant oder Günter Kunerts Katze von 1971 mit ihrem auffällig rot-weiß gestreiften Fellkleid – Tiere spielen eine Rolle in der Kunst und haben gesellschaftliche Bedeutung, nicht zuletzt in der Sprache. Politischer Sprengstoff inklusive. Adler und Falken haben zum Beispiel nicht umsonst einen Eingang in die Sprache der Politik gefunden. Dementsprechend ist auch diese Aussstellung höchst spannend.

Samstag, 10. Februar 2018:
“Zahme Viecher & wilde Bestien – Tiere im Fokus der Karikatur”, Vernissage, Museum Wilhelm Busch, Georgengarten, 30167 Hannover, geöffnet: 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 6 Euro, ermäßigt: 4 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Mai
  • Öffnungszeiten: Di bis So 11-18 Uhr

(Foto: Pressefoto: Tomi Ungerer/© Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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