Susanne Viktoria Haupt
13. März 2018

Mildred for President!

Knallhart und triefend vor schwarzem Humor: Der oscarnominierte Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ macht es sich heute auf der Leinwand des Apollo-Kinos gemütlich

Eine starke Rolle für Frances McDormand: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, Filmplakat

Die Oscar-Verleihung war als Event dieses Jahr nicht unbedingt der Knaller. Klar, die Fracks und Kleider saßen wie immer absolut super, und hier und da wurde auch ein lässiger Spruch abgelassen, aber ansonsten verhielt man sich deutlich zurückhaltender als vergangenes Jahr. Einziger Lichtblick war die Verleihung des Oscars für die beste weibliche Hauptrolle. Nominiert waren Sally Hawkings (für ihre Darstellung in „Shape of Water), Saoirse Ronan (für ihre Darstellung in „Ladybird“), Margot Robbie (für ihre Darstellung in „I, Tonya“), Meryl Streep (für ihre Darstellung in „Die Verlegerin“) und Frances McDormand (für ihre Darstellung in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“).

Und Frances McDormand durfte dann an diesem Abend ihren zweiten Oscar mit nach Hause nehmen. 1997 hatte sie für ihre Rolle der Marge Gunderson im Kultfilm der Coen-Brothers „Fargo“ den goldenen Nackten mitgenommen. In ihrer Rede dankte McDormand einer Vielzahl von Menschen und ermutigte ebenso sämtliche weibliche Nominierten, einmal aufzustehen. Diese kleine Geste zeigte nicht nur einen Zusammenhalt unter den Künstlerinnen, sondern eben auch, wie dünn weibliche Nominierte immer noch gesät sind. Das ist unglaublich traurig, denn wenn wir alle mal ehrlich sind, werden wir schnell feststellen, dass wir Frauen ebenso rocken wie Männer. Und zwar auf wirklich allen Gebieten. Dafür müssen wir aufstehen, uns sichtbar machen, laut sein, wenn es nötig ist, und Vorbilder für nachfolgende Generationen sein. Nicht nur für Mädchen, sondern auch für die Jungs.

Mildred Hayes (gespielt von Frances Dormand) ist so ein Vorbild. Auch wenn ihre Kraft viel aus ihrem Schmerz resultiert. Vor sieben Monaten hat sie ihre eigene Tochter auf brutale Art und Weise verloren. Sie wurde vergewaltigt, ermordet und verbrannt. Der Täter wurde bisher noch nicht gefasst und für Mildred ist klar, dass dies alleine am Versagen der örtlichen Polizei liegt. Viel lieber kümmere sich diese darum, afroamerikanische Mitbürger zu schikanieren. Mildred hat aber einen Plan, um die Polizei endlich wachzurütteln. Sie mietet für ein Jahr drei große Werbe-Anzeigen außerhalb von Ebbing, Missouri und lässt auf ihnen knackige Botschaften für den Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) anzeigen. Dieser versucht, der aufgebrachten und zurecht rachsüchtigen Mutter zu erklären, dass durch das Verbrennen ihrer Tochter keinerlei brauchbare DNA oder weitere Spuren vorhanden sind. Mildred gibt sich weder mit dieser Antwort zufrieden, noch mit sonst irgendetwas in ihrem Leben. Jedem blöden Spruch begegnet sie mit einem viel fieseren Spruch und jede Mauer, die sich vor ihr auftut, muss ihrer Durchsetungskraft zwangsläufig weichen. Und genauso muss auch die Annahme des Sherrifs weichen, dass es nahezu unmöglich ist, den Täter zu fangen…

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ war insgesamt für sieben Oscar nominiert und zeigt Frances McDormand erneut in einer intensiven und herausragenden Rolle. Zu sehen ist das schwarzhumorige Film-Drama heute im Apollo-Kino in Hannover-Linden.

Dienstag, 13. März 2018:
„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, Spielfilm, USA 2018, 115 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 20.15 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 7 Euro

  • weitere Vorstellungen:
  • Freitag, 5. April, 20.15 Uhr
  • Samstag, 7. April, 20.15 Uhr
  • Mittwoch, 8. April, 17.45 Uhr
  • Mittwoch, 11. April, 17.45 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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