Marcel Seniw
2. März 2018

Angenommen, es kotzt uns an

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt

Bei Hannover 96 nie so recht gelandet, beim Gegner aus Frankfurt eine feste Größe: Marius Wolf

Drastische Töne schlug 96-Manager Horst Heldt nach dem Heimspiel in der vergangenen Woche gegen Borussia Mönchengladbach an. Heldt wirkte im Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky nicht nur angefressen, sondern persönlich richtig angefasst. Wenn es um das Sportliche geht, dann läuft es in Hannover recht gut, doch die Störfeuer drumherum kotzen nicht nur Horst Heldt an. Das Problem: Wenn das alles so weiter geht, könnte selbst diese gute Aufstiegssaison, in der man immer noch Anschluss an Europa hält, in einem Desaster enden.

(Nicht) Ganz abwegige Gedanken

Angenommen, Hannover landet im Mittelfeld der Bundesliga-Tabelle und die guten Leistungen eines Sanés, Antons und Füllkrugs fallen anderen Teams auf. Angenommen, andere Vereine interessieren sich für Trainer Breitenreiter und Manager Horst Heldt (nach Köln nun Wolfsburg und sogar der HSV). Angenommen, dass es aktuell jeden 96-Akteur ankotzt, was da gerade um den Verein herum abgeht. Ist es da eigentlich noch abwegig, anzunehmen, dass sich diese Akteure diesen Mist nicht länger gefallen lassen wollen? Ist der Gedanke etwa abwegig, dass diese Akteure keine Lust mehr darauf haben könnten, dass ein Machtkampf, bei dem sie keinerlei Einfluss haben, auf Kosten ihrer Leistungen geführt wird? Auch wenn ich kein Fan von Söldnern, China-Transfers oder Neymars bin: Aktuell würde ich es trotz des sportlichen Erfolges keinem übel nehmen, wenn er sich as soon as possible aus Hannover verpieseln wollen würde. Und genau das wäre ein Desaster, was uns Fans auch wiederum ankotzen würde.

Die Überraschungsteams

Doch genug den Teufel an die Wand gemalt, es wird Zeit für das Spiel bei Eintracht Frankfurt. Die Hessen kann man neben 96 wohl als zweites großes Überraschungsteam dieser Saison bezeichnen. Niko Kovac hat die Eintracht zu einem der wohl am schwierigsten zu bespielenden Teams der Liga geformt. Der ehemalige kroatische Nationaltrainer wurde zuletzt von den Medien sogar in den Dunstkreis des FC Bayern gehoben, die zum Sommer mit der Trainer-Position noch eine nicht ganz so unwichtige Personalie zu klären haben. In der Hinrunde verloren die 96er mit 1:2 gegen die Frankfurter, die keines ihrer letzten fünf Heimspiele verloren haben, davon gar vier für sich entschieden. Hannover hingegen hat keines seiner letzten fünf Spiele auf des Gegners Platz für sich entscheiden können.

Elez oder Felipe?

Hannover 96 wird am Main auf Salif Sané verzichten müssen. Der Senegalese wird gelbgesperrt pausieren müssen. Dabei wäre der Abwehr-Schlacks die logische Antowrt auf den bulligen SGE-Stürmer Sébastien Haller gewesen. Aber vielleicht stößt Felipe für Sané in die Startelf, ansonsten müsste sich wohl Josip Elez um Haller kümmern. Oder Waldemar Anton geht in die Abwehr. Denn: Elez sah gegen Gladbach einige Male im Zweikampf alles andere als glücklich aus. Warten wir es ab, doch Zählbares wird es für Hannover 96 diesmal nicht zu holen geben. Mein Tipp: Die Roten verlieren wie im Hinspiel mit 2:1 – und dieses Ergebnis kotzt mich an.

Samstag, 3. März 2018, 15.30 Uhr:
Eintracht Frankfurt – Hannover 96

(Foto: Haraldbischoff/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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