Jörg Smotlacha
9. März 2018

Proteste und Spaß-Verbot

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den FC Augsburg

Das große Thema der Woche: Die Stimmung im Stadion, wie sie früher einmal war

Die Bundesliga-Saison 2017/18 geht in ihr letztes Viertel. Und bei Hannover 96 wird alles andere diskutiert – außer Fußball. Dabei wäre das gar nicht so unwichtig, denn die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter steht zwar nach wie vor gut da und belegt in der aktuellen Tabelle einen respektablen elften Platz, nur wird dieser Erfolg leider komplett von den Diskussionen um Präsident Martin Kind und seinen Wunsch nach einer Aufhebung der “50 plus 1″-Regel überschattet. Alle sehnen sich nach Stimmung im Stadion. Und streiten sich um Kind. Derweil ist der Abstand zu den Abstiegsplätzen so groß gar nicht mehr, er beträgt aktuell sieben Punkte.

Totales Spaß-Verbot

Eindeutige Stellungnahme: Niemand möchte die totale Kommerzialisierung des Fußballs, denn was dann kommt, ist auch klar: Ende der Fan-Kultur, Abschaffung der Stehplätze, Verteuerung der Eintrittspreise, Behandlung der Fans als “Kunden”, Verbot von Auswärtstrikots, nicht mehr rauchen können im Stadion, totales Spaß-Verbot, vorgeschriebene Choreografien – sprich: komplette Entmündigung. Was aber auch keiner will: doofe Pyros, die alle gefährden, gegenseitige Beleidigungen und eine dauerhaft verseuchte Stimmung im Stadion.

Proteste gehören ins Stadion

Doch wie man es auch dreht und wendet: Die gegenwärtigen Proteste sind berechtigt. Sie können und müssen auch im Stadion ausgetragen werden. Wo denn sonst? Demos in der Innnenstadt? Meint irgendjemand ernsthaft, sie könnten eine nennenswerte Außenwirkung erzielen? Nein: Liebe Fans, macht Euren Standpunkt bitte dort klar, wo er hingehört: im Stadion! Aber der Ärger sollte sich nicht gegen die Mannschaft richten, sondern gegen das, wogegen ihr wirklich seid: gegen den Kommerz. Warum denn nicht Protest-Banner wie “Ihr könnt alles kaufen, außer unseren Verein!” hochhalten, aber dann trotzdem Stimmung machen für unseren Stürmer Niklas Füllkrug, wenn er hoffentlich ganz oft alleine auf das gegnerische Tor zuläuft? Ich weiß, das ist arg verkürzt, aber der Verein hat die Kritik verdient und Füllkrug die Anfeuerung. Nur so am Rande.

Lasst es krachen!

Und morgen? Kommt der FC Augsburg. Wie Hannover derzeit im Niemandsland der Tabelle: acht Siege, acht Unentschieden, neun Niederlagen, vor der Saison von allen Experten abgeschrieben und insgesamt trpotzdem äußerst solide durch die Saison gekommen. Klar schlagbar, aber nur, wenn alles passt. Ansonsten ein klassisches 0:0-Spiel. Von denen zuletzt zwei verloren gingen, gegen Wolfsburg und Gladbach, beide unnötig. Also liebe Fans: Lasst es krachen! Denn nur mit Euch reicht es für ein 1:0 gegen den FCA – und das wäre nicht mehr und nicht weniger als der Klassenerhalt.

Samstag, 10. März 2018, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FC Augsburg

(Foto: Marcel Seniw)

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Kategorien: Sports

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