Sebastian Albrecht
19. März 2018

Auf ein Gespräch mit…

Wechselt heute Abend im Pavillon die Seiten: „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo liest aus seinen Arbeiten und steht Rede und Antwort

Giovanni di Lorenzo

Mit ihm spricht der Papst schon mal über die eigenen Glaubenszweifel: „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo

Ein Zitat, das häufig bemüht wird, um die Beziehung zwischen Deutschland und Italien zu beschreiben, lautet: „Die Deutschen lieben die Italiener, aber sie schätzen sie nicht. Die Italiener schätzen die Deutschen, aber sie lieben sie nicht.“ Das klingt kompliziert und in der Tat ist das Verhältnis beider Länder ein ambivalentes. Aus deutscher Sicht bedeutet das: Italien ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen, Pizza und Pasta sind Teil der häuslichen Küche, und wird außerhalb gespeist, ist der Italiener an der Ecke eine beliebte Wahl. Die italienische Fußball-Nationalmannschaft wird einerseits der „Schauspielerei“ bezichtigt und verachtet, auf der anderen Seite als „Angstgegner“ gefürchtet. Als theatralisch gelten nicht nur die italienischen Fußballer, sondern die Italiener im Allgemeinen, außerdem noch als unzuverlässig. Politisch wird das Land irgendwo zwischen Chaos und Katastrophe eingeordnet, Neuwahlen scheinen so oft stattzufinden wie dazumal in der Weimarer Republik. Nur, was davon ist eigentlich eher Stereotyp und was Wahrheit?

„Wie kann man ein Land lieben, das einen zur Verzweiflung treibt?“, lautet der Untertitel des Buchs „Erklär mir Italien“, im dem „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo zusammen mit dem italienischen Schriftsteller und Journalisten Roberto Saviano die Rätselhaftigkeit Italiens zu entschlüssen versucht. Saviano wurde 2006 mit seinem Buch „Gomorrha“ über die neapolitanische Mafia bekannt, das ihm neben der internationalen Aufmerksamkeit, einer Verfilmung und mehreren Preisen auch zahlreiche Morddrohungen und ein dauerhaftes Leben unter Polizeischutz einbrachte. Di Lorenzo wurde als Sohn einer deutschen Mutter und eines italienischen Vaters in Stockholm geboren und verbrachte die ersten elf Jahre seiner Kindheit in Rom, bevor er mit seiner Mutter und seinem Bruder zurück nach Deutschland zog. Neben seiner Tätigkeit als Chefredakteur der „Zeit“ ist er Mitherausgeber des Tagesspiegels und moderiert die Talkshow „3 nach 9“. Heute Abend wird er im Pavillon sein mit Saviano verfasstes Buch vorstellen.

Di Lorenzos Interviews gehören zu den meistbeachtesten in der deutschen Medien-Landschaft und so gehören neben Saviano viele weitere Prominente und Staatsmänner zu seinen Gesprächspartnern. Zu den Interviewten gehörten unter anderem Papst Franziskus, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, die Bundeskanzlerin Angela Merkel, der ehemalige Ministerpräsident Italiens, Silvo Berlusconi, und der ehemalige Mitherausgeber der „Zeit“, Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Auszüge aus einigen dieser Gespräche wird di Lorenzo heute zum Besten geben. Danach wechselt er die Seite und wird Moderatorin Simone Henke Rede und Antwort stehen.

Montag, 19. März 2018:
Giovanni di Lorenzo, Lesung und Gespräch mit dem Chefredakteur der „Zeit“, Pavillon Hannover, Lister Meile 4, 30161 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 29,90 Euro bis 39,90 Euro

(Foto: Pressefoto/Pavillon)

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Kategorien: Medien, Menschen, Tagestipps

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