Kuschelfaktor zehn
von Susanne Haupt Dienstag, 6. Oktober 2009Die südafrikanische Indie-Folk-Band Dear Reader erwärmte im Café Glocksee die Herzen des Publikums

Trotz straffen Tourplans hoch konzentriert: Dear Reader-Frontfrau Cherilyn MacNeil
Freitagabend war in der Glocksee eine kleine musikalische Weltreise angesagt: Dear Reader aus Johannesburg kamen extra den langen Weg nach Hannover, um die hiesige Indie-Szene an einem der ersten richtigen Herbst-Abende mit weichen Sofa-Sounds zu verzaubern. Als Vorband spielte Ramona Falls, das Bandprojekt von Dear Reader-Tourmitglied Brent Knopf, und sorgte mit einer äußerst exzentrischen Darstellung seiner Musik für erstaunte Blicke im Publikum. Als sich dann die fünfköpfige Musikcombo neu formierte und Sängerin Cherilyn MacNeil ihren Platz als Frontfrau einnahm, hatte man urplötzlich das Gefühl, sich mit einer Decke und einem Tee oder einem gutem Bier zu Hause im Warmen zu befinden.

Dear Reader zeigten sich auch noch nach dem Konzert im Backstage-Raum äußerst gut gelaunt
Durch ihre offene Art und die Freude am Musikmachen, welche die Mitglieder der Band durch ihre strahlenden Gesichter zeigten, hatte man eher das Gefühl, mit Bonbons als mit Worten besungen zu werden. Trotz musikalischer Perfektion, die ihren Sound fast klinisch erscheinen lies, schafften es Dear Reader mit ausgefeilten Kompositionen, das Publikum mit auf eine Reise zu nehmen. Und spätestens bei der bekannten Single-Auskopplung “Dearheart” schuf die Band im Café Glocksee durch ihren wunderschönen weichen Indie-Pop eine selten intime Atmosphäre. Deswegen hoffen wir, dass sich Dear Reader bald wieder nach Hannover verirren und sich auch nach ihrem Tour- und Album-Erfolg genauso nahbar zeigen wie am letzten Freitag.
reinhören:
www.myspace.com/dearreadermusic
(Fotos: Susanne Haupt)
Rubrik: Musik
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