Susanne Viktoria Haupt
16. April 2018

Zukunftsluft schnuppern

Wie weit sind wir in Niedersachsen und wohin gehen wir? “Forschung Made in Niedersachsen” gibt im Literarischen Salon einen Einblick in den digitalen Forschungsstand

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung sind Schlagworte unserer Zeit. Im Literarischen Salon wird heute ein Blick auf die Forschung zum Thema geworfen

In der CW-Serie “Flash”, die grob auf der gleichnamigen Comic-Reihe von DC basiert, gibt es das A.I. namens Gideon. A.I. steht an dieser Stelle für Artificial Intelligence, also artifizelle Intelligenz. Gideon ist ein selbstlernendes, interaktives Programm, das von Barry Allen in der Zukunft entwickelt werden wird und in der ersten Staffel Eobard Thawne unterstützt. Was für den ein oder anderen nun sehr abstrakt klingen mag, ist gar nicht mehr so weit vom jetzigen Stand der Wissenschaft entfernt. Künstliche Intelligenz ist das Schlagwort. Ein Schlagwort, dass jede Menge Zweifler und auch ethische Diskussionen auf den Plan ruft.

Künstliche Intelligenz aber ist als Teilbereich der Informatik anerkannt und bezeichnet Programme, die trainiert werden können, die selbstständig lernen und sich dadurch eben auch selbstständig weiterentwickeln können – ohne, dass der Programmierer in die weitere Entwicklung des Programms eingreifen muss. Ein sehr gutes und reales Beispiel dafür ist das Programm “AlphaGO”. “AlphaGo” spielt ausschließlich das Brettspiel Go und lernt aus seinen Fehlern, kann sich schließlich selbst trainieren und hat dadurch sogar den menschlichen Weltmeister in eben diesem Brettspiel erfolgreich schlagen können. Ein riesiger Erfolg für das Entwickler-Team.

Aber auch an anderen Stellen arbeitet man an Programmen, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen. Dabei geht es beispielsweise um Roboter, die selbstständig lernen, wie sie gewisse Vorgänge verbessern können und bestimmte Handlungsanweisungen besser umsetzen können. Ein großer Fokus liegt dabei auf dem Pflegebereich. Hier arbeitet man zum Beispiel mit Hochdruck an Pflege-Robotern, die zwar die Pflegekräfte nicht ersetzen können, sie jedoch in einfachen Arbeiten unterstützen sollen. Und auch das autonome Fahren ist ein Bereich der künstlichen Intelligenz. Auch wenn es noch in den Kinderschuhen steckt.

Bei solchen Entwicklungen ist allerdings die Sorge immer sehr groß, dass die “Maschinen” den Menschen ersetzen sollen. Dagegen sprechen eine Vielzahl von Fakten und Erkenntnissen innerhalb der IT-Branche. Zum einen geht es der Forschung viel darum, die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen und sie überhaupt erst einmal anzutasten. Natürlich gibt es zum anderen aber auch Ansätze, die den Menschen als Arbeitskraft ersetzen sollen, aber eben auch viele, die den Menschen als Arbeitskraft einfach nur entlasten sollen. Darüber lässt sich natürlich ausgiebig hinsichtlich der Ethik diskutieren. Vor allem am Beispiel des autonomen Fahrens. Für alle anderen Fälle heißt es Ruhe zu bewahren und differenziert an die Themen heranzugehen.

Ohne Menschen geht es nicht

Denn selbst der Digital-Pionier Elon Musk, der sich sehr flexibel stets zwischen Genie und Wahnsinn bewegt, musste jüngst feststellen, dass Maschinen eben auch nur Maschinen sind. Seine Produktionsstätten sollten vollständig automatisiert laufen. Natürlich ganz ohne menschliche Begleitung. Doch das Vorhaben lief nicht wie erwartet und Musk musste dadurch einsehen, dass der Mensch unterschätzt und die Maschine in diesem Falle überschätzt wird. Ganz auf Menschen kann eben auch ein wahnsinniges Genie wie Musk nicht verzichten.

Im Literarischen Salon Hannover sollen heute gar nicht die großen ethischen Diskussionen geführt werden, sondern es soll im Rahmen der Reihe “Forschung Made in Niedersachsen” gezeigt werden, wo wir innerhalb unseres Bundeslandes Niedersachsen in der Forschung stehen. An welchen Projekten wird hier hinsichtlich der A.I. gearbeitet? Und wie sieht es mit dem Bereich der Digitalisierung aus? Rede und Antwort stehen Karoline Busse (Leibniz Universität Hannover), Dirk Hohnsträter (Universität Hildesheim), Sebastian Lehnhoff (OFFIS Oldenburg), Tobias Ortmaier (Leibniz Universität Hannover) und Delphine Reinhardt (Georg-Augusta-Universität 
Göttingen). Und damit sich auch möglichst jeder ein Bild vom derzeitigen Forschungsstandes in Niedersachsen machen kann, ist der Eintritt heute frei. Also ab in die Zukunft!

Montag, 16. April 2018:
“Künstliche Intelligenz und Digitalisierung”, Vortrag im Rahmen der Reihe “Forschung Made in Niedersachsen”, Literarischer Salon, Königsworther Platz 1, Conti-Foyer, Beginn: 18 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Literarischer Salon)

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Kategorien: Medien, Tagestipps

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