Marcel Seniw
13. April 2018

See ya soon, Salif!

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart

Der Abschied fällt schwer: Salif Sané wechselt nach der Saison zum FC Schalke 04

Letzte Woche habe ich auf eine Niederlage im Nord-Derby gegen Werder Bremen und einen kommenden schweren Abstiegskampf getippt, doch dann siegten die Roten nach einem überzeugenden Spiel mit 2:1. Man kann kaum schöner falsch liegen, oder? Das Derby gegen die direkten Konkurrenten wurde gewonnen, der vorzeitige Klassenerhalt damit in greifbare Nähe gerückt. Man könnte sagen: Es läuft bei den Roten! Doch dann kam die Meldung, dass Leistungsträger Salif Sané den Verein nach fünf Jahren verlassen und zum FC Schalke 04 wechseln wird.

Sané geht

Dass wichtige Spieler den Verein verlassen, ist natürlich nichts Neues für mich, ich schreibe diese Kolumne ja nun auch schon seit ein paar Jahren. Doch in diesem Sommer wird Hannover 96 einen Verlust hinnehmen müssen, der genauso groß ausfallen wird, wie der des ehemaligen Kapitäns Lars Stindl. Salif Sané, der senegalesische Turm im Abwehrzentrum Hannovers, der Kerl, der aus disziplinarischen Gründen auch schon für die Amateure die Knochen hingehalten hat, der Typ, der gegen den VfL Wolfsburg den Klassenerhalt per Fallrückzieher nahezu perfekt gemacht hat, wechselt nun innerhalb der Liga nach Gelsenkirchen. Als bekennender Fan des Senegalesen bin ich gleichermaßen traurig wie freudig gestimmt: Natürlich würde ich Sané lieber weiter mit der 96 auf der Brust auflaufen sehen, doch die Schalker werden sein persönliches Glück wohl verwirklichen: Hannovers Abwehrchef dürfte schon bald in der Champions League auflaufen.

Stuttgart mit starker Zwischenbilanz

Wir alle wünschen Salif Sané wohl nur das Beste, und dennoch müssen wir nun wieder zur Tagesordnung zurückkehren, die den VfB Stuttgart in den Fokus rückt. An den VfB hat Hannover 96 nur zu gute Erinnerungen, schließlich schoss Felix Klaus vor fast einem Jahr die Roten mit seinem Treffer gegen die Schwaben quasi in die Bundesliga. Am kommenden Spieltag wird Hannover 96 nun auf seinen alten Trainer Tayfun Korkut treffen. Korkut hat in Hannover keine Erfolgsstory schreiben können, was trotz ansprechender Spielweise wohl vor allem an der Torflaute seines Stürmers Joselu in der damaligen Rückrunde lag. Hätte dieser seine Hinrundenform bestätigen können – wer weiß, ob Tayfun Korkut auch dann seinen Hut hätte nehmen müssen. Jedenfalls hat der anfangs vielbelächelte Coach des VfB Stuttgart nach seinem Amtsantritt eine Serie gestartet, die den VfB nicht nur aus der Abstiegszone zog, sondern gleichzeitig sogar von Europa träumen ließ. Zwar mag dieser Zug bei acht Punkten Rückstand auf RB Leipzig inzwischen abgefahren zu sein, doch mit einem Heimsieg über André Breitenreiters Team könnten die Schwaben zumindest den Anspruch wahren.

Hannover 96 kann den Abstand vergrößern

Hannover 96 hingegen könnte mit einem Auswärtssieg den Klassenerhalt nahezu perfekt machen. Bei noch fünf ausstehenden Partien haben die Roten derzeit acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Mit einem Sieg über Korkuts VfB könnte die Differenz im besten Fall sogar auf elf Punkte ausgebaut werden. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn 96 noch einmal in Abstiegsnöte geraten sollte. Gegen Stuttgart Breitenreiters Team jedenfalls für klare Verhältnisse sorgen. Doch ich glaube nicht, dass das klappt. Die Partie endet mit einem Remis: Hannover 96 wird beim 2:2 aber immerhin einen Punkt mitnehmen – und Martin Harnik wird erstmalig gegen seinen ehemaligen Verein treffen.

Samstag, 14. April 2018, 15.30 Uhr:
VfB Stuttgart – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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Kategorien: Sports

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