Raoul Festante
16. Oktober 2009

Die 48 Stunden von Hannover

Im SofaLoft in der Südstadt hat der Künstler Ralf Sommer zum dritten Mal einen zweitägigen Kunst-Marathon organisiert – mit Erfolg

48 Stunden Kunst nonstop. Egal, ob nachts um zwei, morgens vor dem Brötchenholen oder abends um 19 Uhr: 48 Stunden Kunst am Stück – das war das Motto des bereits zum dritten Mal durchgeführten Kunst-Events in der Kulturetage des etwas anderen Möbelhauses SofaLoft in der Südstadt. Für den Künstler und Organisator Ralf Sommer standen hinter diesem Motto vor allem praktische Gründe „Erfunden habe ich das deswegen, weil mir meine Freunde immer sagten, ich wäre ja gerne zu Deiner Vernissage gekommen, aber ich hatte keine Zeit. Auch als ich meine Ausstellungen dann verlängert habe, hieß es immer noch, keine Zeit!“ Diese Entschuldigung wollte sich Ralf Sommer nicht mehr anhören, und so kam er auf die Idee, eine Kunstausstellung nicht bloß ganztägig, sondern gleich für 48 Stunden zu organisieren. Ohne Pause versteht sich. Und das mit Erfolg: Über 1000 Besucher zählten die Veranstalter am vergangenen Wochenende.

“Polly Blue” von Zoe MacTaggart

„Polly Blue“ von Zoe MacTaggart

Gezeigt wurde ein vielschichtiger Einblick in die hannoversche Kunstszene, von Skulpturen über Foto-Collagen bis zu traditionellen Malereien. Der inhaltliche Rahmen der Ausstellung: Jeweils zwei Künstler wählten ein gemeinsames Thema, welches sie kontrovers oder harmonisch in Form eines Dialoges bearbeiteten. Auch jüngere und noch nicht so etablierte
Künstler wie Zoe Mc Taggart waren dabei. Die Bourlesque-Tänzerin, die für Dr. Sketchys Malkurse im Kulturpalast Linden verantwortlich zeichnet, zeigt auf ihren Gemälden Frauen aus den 20er-Jahren in üppigen Formen und provokativen Posen. „Für mich war es vor allem wichtig, mit anderen Künstlern in Kontakt zu treten. Kunst bedeutet für mich nicht nur verkaufen, sondern auch kommunizieren.“

Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung erneut stattfinden. In Berlin wurde das Konzept der 48 Stunden mittlerweile sogar kopiert. Das freut Ralf Sommer, wenngleich er hier auch ein zentrales Problem sieht. „Wenn unsere Pressesprecherin die gleiche Arbeit in Berlin gemacht hätte, hätten wir 20.000 Besucher gehabt. Gegen eine Großstadt wie Berlin ist Hannover halt klein. Trotzdem ist es wichtig, die hannoversche Szene zu zeigen.“ Für eine zufällige Besucherin, die noch schnell die Ausstellung sehen wollte, fällt das Fazit jedenfalls kurz, aber aber deutlich aus: „Es ist toll, was unsere Stadt so alles an Kunst zu bieten hat. Beeindruckend!“

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Kategorien: Kunst, Lokalitäten

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