Susanne Viktoria Haupt
10. Juli 2018

Rasant durch Berlin

Das Apollo-Kino in Linden zeigt heute mit „Steig. Nicht. Aus.“ den neuen Film von Action-Regisseur Christian Alvart

Bei diesem Film fällt das Aufstehen im Kino tatsächlich schwer: „Steig. Nicht. Aus.“, Filmplakat

Deutschland ist ja nicht unbedingt für seine Kassenschlager im Kino bekannt. Gut, wir hätten da ein paar aus dem Bereich der Komödie. Von ehemaligen Gangstern, die nun beispielsweise Lehrer sind zum Beispiel. Und Kritikerinnen und Kritiker konnte in letzter Zeit lediglich der ohne Schnitt gedrehte Film „Victoria“ ein wenig vom Hocker reißen. Ansonsten ist das deutsche Kino eher zurückhaltend, nahezu schüchtern unterwegs. Die klassische deutsche Zurückhaltung eben. Bloß nicht zu viele Experimente machen, nicht zu viel Action. Der Tatort am Sonntag muss reichen.

Bis dann irgendwann Christian Alvart kam und selbst dem Tatort noch einen oben drauf setzte. Denn er und kein anderer ist für die reißerischen Folgen rund um das Duo Tschiller und Gümer verantwortlich. Action kann Alvart, und das bewies er auch schon vorher mit seinem Abstecher nach Hollywood. Dort drehte er mit Renée Zellweger den Film „Case 39“. Nun hat Alvart erneut ganz tief in die Action-Tasche gegriffen und einen Streifen herausgezaubert, der gut und gerne mit den gängigen Genre-Filmen aus der Traumfabrik mithalten kann.

„Steig. Nicht. Aus.“ ist ein Remake des spanischen Action-Thrillers „Anrufer unbekannt“ von 2015. Karl Brandt (Wotan Wilke Möhring) ist ein erfolgreicher Bauunternehmer in Berlin. So erfolgreich wie er im Berufsleben ist, so mies läuft es allerdings privat. Die Ehe ist Vergangenheit und seine beiden Kinder sieht er nur noch unregelmäßig. Als er eines morgens allerdings seine Kinder zur Schule fahren will, bricht sein Leben zusammen. Er bekommt einen ominösen Anruf, der verkündet, dass unter den Sitzen seines Wagens eine Autobombe montiert sei. Sollten er oder seine Kinder aufstehen, geht alles in die Luft. Er solle fortan einfach nur den Anweisungen folgen. Karls Ex-Frau Simone (Christiane Paul) befürchtet währenddessen, dass ihr Ex die beiden Kinder entführen will und alarmiert die Polizei. Und diese will Karl zunächst absolut nicht glauben, dass er sein Auto nicht verlassen darf. Nur die Polizistin Pia Zach (Hannah Herzsprung) glaubt dem Familienvater und nimmt die Ermittlungen auf. Aber bis zu einer möglichen Lösung ist es noch ein weiter Weg durch die Straßen von Berlin…

„Steig. Nicht. Aus.“ ist ein Actionfilm ohne Wenn und Aber, und besonders mit der versierten Schauspielerin Hannah Herzsprung hat Regisseur Christian Alvatar ein echtes Talent an Land gezogen. Auch Emily Kusche, die die Tochter Josephine mimt, besticht durch ein aufregendes und realistisches Schauspiel. Neben all dem Klamauk oder den seichten deutschen Romanzen, die man sonst in Berlin so dreht, ist dieser Film tatsächlich mal etwas anderes. Heute ist „Steig. Nicht. Aus.“ im Apollo-Kino in Linden zu sehen.

Dienstag, 10. Juli 2018:
„Steig. Nicht. Aus.“, Actionfilm von Christian Alvart, D 2018, 109 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 22.30 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 7 Euro

  • weitere Vorstellung:
  • Mittwoch, 11. Juli, 22.30 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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