Susanne Viktoria Haupt
19. Juli 2018

Ein floraler Kulturbeitrag?

Gartenkultur als Teil der Stadtkultur: Im Museum Wilhelm Busch ist heute Ronald Clark, der Direktor der Herrenhäuser Gärten zu Gast

Besonders Kakteen erfreuen sich in letzter Zeit wieder großer Beliebtheit. Im Berggarten sind sie seit jeher ein fester Bestandteil

Ich glaube, es war im vergangenen Jahr, als Arte eine Themen-Reihe mit dem Titel „Die Gärten der Welt“ ausstrahlte. Dabei ging es unter anderem um den legendären Jardin du Luxembourg in Paris, durch den selbst Größen wie Gertrude Stein und Ernest Hemingway spaziert waren. Aber das ist natürlich nur ein Garten von vielen. In England beispielsweise herrscht eine unglaubliche Gartenkultur, die jedes Jahr zigtausend Touristen anzieht. Zu den Magneten gehören beispielsweise die Lost Gardens of Heligan, die Kew Gardens, der Anne Hathaway Garden und viele weitere. Und sowieso hat die britische Gartenkultur weltweit eine Vorbildfunktion inne, die ihr so schnell keiner mehr absprechen wird. Wir hier in Hannover haben es allerdings immerhin auch nicht so schlecht getroffen, denn direkt im Herzen der niedersächsischen Landeshauptstadt blicken uns die Herrenhäuser Gärten an. Der Große Garten gehört zu den bedeutendsten Barock-Gärten in ganz Europa. Aber auch der Georgengarten, der Welfengarten und natürlich der Berggarten sind jederzeit einen Besuch wert. Und die konstanten Besucherwellen geben dem Garten-Paradies in Hannover recht. Das Grün steht ganz hoch im Kurs und die verschiedenen Veranstaltungen innerhalb der Gärten tun ihr übriges dafür.

Wenn wir allerdings von Kultur sprechen, dann denken wir höchstwahrscheinlich ganz besonders an die in den Herrenhäuser Gärten stattfindenden Events. Aber die Gartenkultur auch als Teil unserer Stadtkultur zu betrachten, dürfte einigen dann doch schwer fallen. Dabei liegen – sofern man sich einmal historisch mit dem Begriff der Kultur auseinandersetzt – Kultur und Natur gar nicht weit auseinander. Sowieso ist Kultur ein sehr dehnbarer Begriff geworden, der bei weitem nicht nur die Künste umfasst, sondern beispielsweise auch das gesellschaftliche Miteinander. Kultur ist eine aktive Sache geworden, die mitten in unserem Leben steht. Und das tut ein Garten in diesem Falle genauso wie ein Fussballspiel. Und genau darum geht es heute im Museum Wilhelm Busch. Zu Gast ist Ronald Clark, der Direktor der Herrenhäuser Gärten. Im Rahmen der Sommerakademie Herrenhausen hält Clark heute einen Vortrag darüber, ob Gartenkultur zum Beispiel auch ein Thema für die Kulturhauptstadt 2025 sein könnte. Im Anschluss dürfen die Inhalte gerne noch mit allen Anwesenden weiterführend diskutiert werden. Dazu gibt es selbstverständlich auch ein leckeres kulinarisches Angebot, um den kleinen Hunger am Abend zu stillen.

Donnerstag, 19. Juli 2018:
„Gartenkultur – Ein Thema für eine Kulturhauptstadt 2025?“, Vortrag von Ronald Clarke, Museum Wilhelm Busch, Georgengarten, 30167 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Lokales, Tagestipps

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