Jörg Smotlacha
2. August 2018

Original und Fälschung

Das Sprengel Museum zeigt in seiner aktuellen Ausstellung “Fake News” gefälschte Werke von vermeintlich berühmten Künstlern. Heute steht Kurt Schwitters im Mittelpunkt

Kurt Schwitters: “Merz 1926, Cicero 1926″ von Dirk Dietrich Hennig, 2017

Schwitters, Rudolf oder doch Hennig? Kurt Schwitters: “Merz 1926, Cicero 1926″ von Dirk Dietrich Hennig, 2017

Das Sprengel Museum Hannover zeigt seit Februar die Ausstellung “Fake News: Original + Fälschung + Kopie + … aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover” und präsentiert dabei als Fälschungen eingestufte Werke aus der eigenen Sammlung, unter ihnen Arbeiten von prominenten Künstlern wie Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Wols, die sich nach Stand der Dinge als Repliken, Fälschungen und Kopien erwiesen haben.

Dabei geht das Museum auf die seit den 1960er-Jahren wieder verstärkt geführte kunsthistorische Diskussion über Urheberschaft, Original und Fälschung ein und zeigt auf, wie schwierig und wie langwierig es sein kann, zweifelsfrei festzustellen, ob ein Werk zweifelsfrei einem bestimmten Urheber zugeordnet werden kann, zumal dem jetzigen Forschungsstand ein oft jahrzehntelanger Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, das Erstellen von Werkverzeichnissen, Restaurierungen und Provenienzrecherchen zugrunde liegt. Auch Diskussionen um vermeintliche Fälschungsfälle, deren Ende noch offen ist, werden vorgestellt.

Im heutigen 20-Minuten-Gespräch erläutert Jörg Worat den Fall Dirk Dietrich Hennig und Kurt Schwitters: Fake News zeigt drei Arbeiten eines erfundenen Fälschers namens C.G Rudolf (1912-2012), der angeblich den berühmten Avantgarde-Künstler Kurt Schwitters kopierte. Rudolfs Biografie aber ist ebenfalls frei erfunden – vom Gegenwartskünstler Dirk Dietrich Hennig.

Donnerstag, 2. August 2018:
“Fake News: Dirk Dietrich Hennig und Kurt Schwitters”, 20-Minuten-Gespräch mit Jörg Worat, Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover, Beginn: 12 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt: 4 Euro

(Foto: Pressefoto/Sprengel Museum Hannover/Dirk Dietrich Hennig/© Courtesy the artist, Dirk Dietrich Hennig)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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