Raoul Festante
26. November 2009

Ein voller Erfolg für alle Beteiligten

Am Ende waren alle begeistert – auch wenn beim diesjährigen up-and-coming-Film-Festival in Hannover nur drei der insgesamt 106 deutschen Filme den Nachwuchsfilmpreis gewonnen haben

up-and-coming-Festival 2009, Preisträger

Ausgezeichnet: die Preisträger des zehnten Nachwuchsfilm-Festivals

Burkhard Inhülsen, der Initiator des zehnten up-and-coming-Film-Festivals, zog nach vier Tagen Festival mit knapp 5.000 Besuchern eine positive Bilanz. “Über 40 Stunden Film, fast immer volle Kinos, die Fülle an Ideen und die Dichte an außergewöhnlichen Filmstoffen hat alle beeindruckt. Es war spannend und eine große Freude, die Filme zu sehen.” Bei dem Festival, das am letzten Sonntag in Hannover zu Ende ging, hatten Schüler und Studenten aus der ganzen Welt die Möglichkeit, ihre Produktionen auf der großen Leinwand des Cinemaxx Hannover zu sehen. Ganze 2.900 Bewerbungen gab es in diesem Jahr – ein absoluter Rekord.

Vom kleinen Schülerfilm-Festival zur internationalen Marke

Die Idee für das up-and-coming-Festival wurde 1982 aus einer Not geboren: Inhülsen, seinerzeit Filmemacher und Kunstlehrer in Hannover, suchte eine Möglichkeit, Filme von Schülern und Studenten aufzuführen, doch er fand kein geeignetes Medium. “Die Berlinale und andere Filmfestivals interessierten sich damals wie auch heute nicht dafür, von daher war die Idee zum Festival eher eine Ursprungsmotivation aus meiner Schulzeit und der Tätigkeit als Lehrer.” Jahre später ließ Inhülsen sich den Titel “Deutscher Nachwuchsfilmpreis” als eigenständige Marke sichern. Seit 2005 vergibt das Festival außerdem ein internationales Pendant, den Young Filmers Award.

“Kleine Wölfe”, Szenenfoto

Beeindruckend: Szenenfoto aus “Kleine Wölfe”, einem Dokumentarfilm über Straßenkinder in Katmandu

“Das macht Mut für weitere Filme”

Drei der 106 ausgewählten deutschen Filme wurden am Ende mit dem begehrten Filmpreis belohnt. Das Besondere hierbei war auch, dass es keine thematischen Vorgaben gab, wenngleich viele der Filme jugendtypische Themen wie die erste Liebe, Krankheit, Sehnsucht oder Isolation behandelten. Ausgezeichnet wurden die Filme “Glioblastom” von Axel Ranisch und Tanja Bubbel, “Hybris” von Florian Schnell und “Kleine Wölfe” von Justin Peach, eine Dokumentation über Straßenkinder in Katmandu. Der Regisseur war sichtlich überrascht, den Nachwuchsfilmpreis gewonnen zu haben: “Ich hatte damit nicht gerechnet”, gab der schüchterne junge Mann zu, “das macht Mut für weitere Filme.”

Und den kann er haben, denn nach seiner bewegenden Doku über die verlorenen Kinder von Katmandu, mit denen er zeitweise sogar auf der Straße gewohnt hat, bekommt Peach nun für seine nächsten Projekte einen erfahrenen Paten aus dem Filmgeschäft an die Seite gestellt. Entsprechend kann sich der 27-Jährige auch eine Karriere als Dokumentarfilmer vorstellen. Burkhard Inhülsen dürfte das freuen. “Bei unserem Festival geht es halt um reale Menschen mit realen Themen, die nicht über ein anonymes Voting bei Youtube entscheiden, ob der Film gut war.”

(Fotos: www.up-and-coming.de)

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Kategorien: Film, Lokalitäten

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