Susanne Viktoria Haupt
1. September 2018

Einmal bitte ohne Tier!

In Hannover findet heute an der Marktkirche der erste Vegan Street Day statt

Es muss nicht immer Fleisch sein. So wie zum Beispiel bei diesem Süßkartoffel-Auflauf

Unsere Gesellschaft erlebt derzeit Stück für Stück einen Wandel – und das auf vielen Ebenen. Das fängt bereits damit an, dass immer mehr Menschen, wenn auch noch nicht genügend, beispielsweise versuchen, auf Plastik-Verpackungen zu verzichten. Oder aber hier und da das Auto stehen lassen. Sofern es eben möglich ist. Auch scheinen sich einige Menschen mehr mit ihrer Ernährung auseinanderzusetzen. Damit meine ich nicht den Verzicht auf Gluten, der nachweislich nur denen etwas bringt, die unter Zöliakie leiden. Doch viele von uns scheinen allmählich etwas genauer darauf zu schauen, wo man einkauft. Regional ist beispielsweise immer gut, weil die eigenen Lebensmittel dadurch deutlich kürzere Strecken zurücklegen müssen. Außerdem machen sich immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten Gedanken über ihren Fleisch-Konsum. Zum Teil aus ethischen Gründen oder gesundheitlichen, manchmal aber eben auch für den Umweltschutz.

Rund 60 Kilogramm Fleisch soll der durchschnittlich essende Mensch im Jahr verzehren. Gut, aufs Jahr verteilt sind das dann etwa 160 Gramm pro Tag. Allerdings leiden nicht nur die Tiere unter diesem Konsum. Die Spirale fängt damit an, dass für die Nutztiere sehr viel Futter angebaut werden muss. Über 70 Prozent sollen von den vorhandenen Agrar-Flächen auf Kosten des Nutztier-Futters gehen. Das kostet Wasser und, wie man sieht, verdammt viel Anbaufläche. Für diese Anbauflächen werden zunehmend mehr Wälder gerodet, die eigentlich den verschiedenen Arten ein Zuhause bieten sollten. Zudem stößt die Nutztier-Haltung mehr Treibhausgase aus als der Verkehr. Der Verkehr soll rund 13 Prozent produzieren. Die Nutztier-Haltung hingegen 14 bis 18 Prozent.

Niemandem soll der Fleisch-Konsum verboten werden, das ist klar. Und dies ist auch kein dogmatischer Artikel, der nun auf jene herabblicken will, die sich heute eine Stulle mit Wurst zum Frühstück genehmigt haben. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst. Aber für jede und jeden, die oder der sich ein wenig fleischfreier oder gar komplett fleischfrei ernähren möchte, gibt es mittlerweile unzählige Alternativen. So auch heute in Hannover. Denn in der Landeshauptstadt findet heute der erste Vegan Street Day statt, der rund um die Marktkirche an vielen Ständen über fleischfreie Wege informiert. Und gegessen werden darf natürlich auch. Dafür sorgen die vielseitigen Angebote, die so manchen Geschmacksnerv treffen werden. Wer weiß? Vielleicht verschlägt es sogar den ein oder anderen hart gesottenen Fleisch-Esser auf den Vegan Street Day – und auf einmal merkt man, dass das alles nicht nur „ödes Grünzeug“ ist, das „gar nicht richtig satt macht“. Schaut Euch um und entscheidet einfach selbst, wie weit Ihr gehen wollt. langeleine.de hat Euch so oder so lieb.

Samstag, 1. September 2018:
Vegan Street Day, an der Marktkirche, Hanns-Lilje-Platz 2, 30159 Hannover, geöffnet von 10 bis 20 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Lokalitäten, Politik, Tagestipps

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